Lorelei Shannon

Interviews

Lorelei Shannon
Gesprächspartner: Ingmar Böke
Sprache:
Vom: 23.12.2011

Über

Lorelei Shannon machte sich in den 90er-Jahren durch ihre Mitarbeit an diversen Sierra-Titeln einen Namen. Mittlerweile arbeitet Lorelei als Autorin, die in regelmäßigen Abständen neue Bücher veröffentlicht.

Adventure-Treff: Hallo Lorelei! Vielen Dank, dass Du Dir etwas Zeit für uns nimmst. Bitte stelle Dich unseren Lesern kurz vor.



Lorelei Shannon: Hi Ingmar! Ich bin Autorin, Bildhauerin und eine frühere Game-Designerin von Sierra On-Line. Ich bin die Mutter von zwei wunderbaren Jungen (einer 15, einer 11), die beide absolute Hardcore-Spieler sind. Mein Mann, Dan Carver, ist ebenfalls in der Spieleindustrie beschäftigt.



A-T: Zu Beginn würde ich gerne wissen, wie Du damals zu Sierra gekommen bist und wie Du Deine Anfangszeit dort in Erinnerung hast.



Lorelei: Mein Mann wurde damals von Sierra als Programmierer eingestellt, als wir noch in Phoenix, Arizona gelebt haben (zur allgemeinen Info: Nicht alle Leute aus Arizona sind verrückt und schleppen bergeweise Waffen mit sich herum). Wir sind dann ins bezaubernde Oakhurst gezogen, in dem ich mich nach einem Job umgesehen habe. Zuerst habe ich in einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet, aber dann kam mein Mann auf mich zu und sagte mir, Sierra suche einen Redakteur für ihr regelmäßig erscheinendes Inter-Action-Magazin. Ich habe damals bereits seit einer ganzen Weile Geschichten geschrieben und auch etwas für Flying Buffalo geschrieben, für die mein Mann und ich in Arizona gearbeitet hatten. Also habe ich mich bei Sierra beworben und die Anstellung bekommen.



Ich habe ungefähr ein Jahr lang für das Magazin geschrieben und dabei viel Spaß gehabt habt. Damals verbrachte ich viel Zeit damit, Spiele zu spielen und über sie zu schreiben. Dann wurde eine Stelle als Designer frei, auf die ich mich beworben habe. Erfreulicherweise habe ich die Stelle bekommen und war völlig außer mir vor Begeisterung.

Screenshot von Pepper's Adventures In Time



A-T: Bitte gibt uns eine Übersicht über die nächsten Jahre bei Sierra bis zu dem Punkt, an dem Du Dein erstes eigenes Spiel (Phantasmagoria II) entwickeln durftest.



Lorelei: Ich begann damit, Dialoge für verschiedene Spiele zu schreiben, beispielsweise Police Quest und Laura Bow II. Meine ersten Sporen als Designerin habe ich mir dann mit Pepper’s Adventures in Time verdient. Kurz nachdem ich meine Arbeit an Pepper’s abgeschlossen hatte, bekam mein Mann einen Posten bei Microsoft und wir zogen nach Seattle.



Es war damals wirklich nicht leicht, Sierra zu verlassen, aber glücklicherweise haben sie schon kurze Zeit später ein Büro in Seattle aufgemacht. Daraufhin hat mich dann Roberta Williams gefragt, ob ich mir vorstellen könne, zusammen mit ihr an King’s Quest 7 zu arbeiten. Nach unserer erfolgreichen Zusammenarbeit habe ich dann die Chance bekommen, mein erstes eigenes Spiel zu machen: Phantasmagoria II.

Screenshot von King's Quest 7



A-T: Was genau war Dein Job bei der Entwicklung von Laura Bow II: Dagger of Amon Ra? Du hast bei diesem Spiel sehr eng mit Josh Mandel zusammengearbeitet. Wer von euch war für was zuständig und was für eine Erfahrung war es für Dich, mit Josh zusammenzusarbeiten?



Lorelei: Ich war größtenteils damit beschäftigt, die Dialoge für Laura Bow zu schreiben. Der Designer des Spiels war Bruce Balfour. Ich habe mit ihm zusammen an den Dialogen gearbeitet und muss sagen, dass er wirklich ein netter und lustiger Typ ist.



Josh Mandel war damals mein direkter Vorgesetzter, der ebenfalls an den Dialogen beteiligt war. Wir drei haben damals wirklich viele lange Nächte zusammen verbracht. In Bezug auf Josh muss ich sagen, dass er wirklich ein toller Boss war. Josh ist einfach unglaublich witzig und wir haben ihn alle geliebt. Josh hat damals immer diese morbiden Gute-Nacht-Geschichten erzählt, die in der Regel damit endeten, dass alle Beteiligten tot waren. ;)

Screenshot von Laura Bow II



A-T: In Laura Bow II konnte man einige interessante Dinge mit den Leichen anstellen. Kam die Idee dazu von Dir oder von Josh?



Lorelei: Ich würde diesen Punkt gerne meinem eigenem Konto gutschreiben, muss aber sagen, dass die Idee entweder von Bruce oder Josh kam. Sie haben beide einen kranken Sinn für Humor.

Screenshot von Laura Bow II



A-T: Ein weiteres großes Spiel an dem du gearbeitet hast, war King’s Quest 7, in dem Du wahrscheinlich einen ähnlichen Job wie Jane Jensen im Vorgänger übernommen hast. Was genau war Dein Job bei diesem Spiel und wie war es für Dich, so eng mit Roberta Williams zusammen zu arbeiten?



Lorelei: Ich war die Co-Designerin des Spiels. Im Grunde saßen Roberta und ich uns in ihrer Küche gegenüber und haben Brainstorming bis zum Abwinken betrieben. An ihrem Küchentisch entstand auch das Design, das ich dann nach unseren Besprechungen auf einen Computer übertragen habe.



Die Zusammenarbeit mit Roberta war wirklich klasse und es wurde viel gelacht. Manchmal kam Ken nachhause und verdrehte nur noch die Augen, weil wir schon wieder wie kleine Kinder am lachen waren.

Screenshot von King's Quest 7



Roberta ist wirklich eine erstklassige Designerin! Sie versteht es, wie kaum ein Zweiter immer das große Ganze im Blick zu behalten. Die meisten der Rätsel stammten von ihr, während ich die meisten Dialoge geschrieben habe, die Story haben wir zusammen entwickelt.



Ein Großteil des Teams befand sich damals noch in Oakhurst, so dass ich regelmäßig dort hin gefahren bin, um mit dem Team zusammenzuarbeiten. Ich lebte damals in diesem leicht gruseligen Hotel, in dem es nach Rauch und gebratenen Eiern roch. Um den Fernseher zum Laufen zu bringen, musste man mit der Faust auf ihn schlagen. Aber letzten Endes war es auf jeden Fall ein gutes Gefühl, wieder zurück zu sein.



Eine der Erfahrungen, an die ich mich in Bezug auf dieses Spiel am liebsten erinnere, war das Regieführen für die Synchronsprecher. Ich durfte die Sprecher casten und dann im Anschluß Tonregie in Los Angeles führen. Synchronsprecher faszinieren mich einfach. Die meisten von ihnen sind so unglaublich vielseitig und diejenigen, die ich kennen gelernt habe, waren einfach klasse!



Schlussendlich kann ich sagen, dass Roberta und ich sehr stolz auf King’s Quest 7 waren.

Screenshot von King's Quest 7



A-T: Lass uns nun zu Phantasmagoria II kommen. Als der erste Teil herauskam, hat jeder Phantasmagoria mit Roberta Williams in Verbindung gebracht. Wie kam es dazu, dass jemand anderes den zweiten Teil gemacht hat? Wie genau bist Du damals an Bord gekommen und was waren Deine Gedanken zum ersten Teil?



Lorelei: Roberta hatte damals viel Spaß mit dem ersten Teil, aber das Horror-Genre war nicht ihr Zuhause und sie war nicht unbedingt daran interessiert, die Marke Phantasmagoria selbst fortzuführen.



Eine Reihe von Designern hat damals verschiedene Vorschläge für einen zweiten Teil gemacht. Einer befasste sich zum Beispiel mit kanibalistischen Hillbillies, was sicher lustig geworden wäre. Mein Vorschlag war eher in einem modernen Setting angelegt, als Gegenentwurf zur Geschichte des ersten Teils, der in einem klassischen Horrorhaus-Szenario angesiedelt war.



Was mir am ersten Teil gefällt, ist gerade die Tatsache, dass er so stark im traditionellen Horror verwurzelt ist. Ich denke, dass ein Spiel wie Phantasmagoria einen großen Einfluss auf spätere Spiele wie Silent Hill gehabt hat.

Screenshot von Phantasmagoria



A-T: Wenn man mal vom Umstand absieht, dass beide Phantasmagoria-Teile Horror-Spiele waren, haben sich die beiden Titel stark voneinander unterschieden. Wie kam es dazu, dass Du mit Phantasmagoria II einen ganz anderen Pfad als der Vorgänger bestritten hast?



Lorelei: Ja, Du hast Recht. Ich dachte mir damals, dass der zweite Teil einen anderen Weg einschlagen und komplett unterschiedliche Charaktere bieten sollte. Einerseits sind Horrorfilme dafür bekannt, dass sie gerne schlechte Fortsetzungen mit sich bringen und ich wollte nicht, dass jemand denkt, wir machen einen billigen Abklatsch vom ersten Teil.



Anderseits bringt dieses Spukhaus-Setting gewisse Limitierungen mich sich. Meiner Meinung nach wäre die Verwendung desselben Settings nicht mal annähernd so interessant gewesen, wie ein Vorstoß in eine andere Dimension des Horrors.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Bitte teile Deine persönlichen Erinnerungen an die Entwicklung von Phantasmagoria II: A Puzzle of Flesh mit uns.



Lorelei:: Die Drehtage waren lang und anstrengend, aber wir hatten alle sehr viel Spaß. Wir hatten eine sehr junge Crew, die zum Großteil aus Männern bestand, deren Unterhaltungen recht derbe waren. Oder um es anders zu sagen: Am Set wurde geflucht wie sonst noch was. Aber da ich selbst nicht wenig fluche, hat alles wunderbar gepasst.



Die Schauspieler waren wirklich allesamt sehr talentiert und auch wenn wir ihnen – teilweise auch physisch – sehr viel abverlangt haben, haben sie sich nie beschwert. Glücklicherweise hatten wir auch einen sehr talentierten Special-Effects-Mann, der unsere blutigen Spezialeffekte auf sehr einfache Weise umgesetzt hat. Zum Beispiel mit künstlichem Blut und Latex (computergenerierte Spezialeffekte waren zu dieser Zeit noch selten). Ich denke, die Special Effects waren wirklich gut. Die Hecatombe trug ebenfalls ein Latex-Kostüm und hat einen wirklich guten Job gemacht hat. Es gab nie einen Zeitpunkt, an dem ich mir gedacht habe, da ist wieder der Typ in dem Gummi-Anzug.

Screenshot von Phantasmagoria II



Viele witzige Situationen sind entstanden, als unsere Schauspieler dickes Make-up trugen oder wir einen Spezialeffekt filmten. Es war schon irgendwie lustig zu sehen, wenn ein Schauspieler mit einer tiefen Fleischwunde in der Magengegend sich einen Kaffe oder Donut geholt hat – lustig auf eine morbide Art und Weise.



Unser Mann für die Effekte hat sehr viel Zeit damit verbracht, an der Szene zu arbeiten, in der ein Kopf durch einen Vorschlaghammer zertrümmert wird. Als es dann soweit war und wir die Szene gedreht haben, haben wir alle die Luft angehalten, denn für den Fall, dass die Szene in die Hose gegangen wäre, wären wir mit unserem Zeitplan gehörig in Verzug geraten. Nun, die Szene hat wunderbar hingehauen. Sobald Regisseur Andy „Cut“ gerufen hat, haben wir alle geklatscht und gelacht.



Die Crew kam super miteinander aus und ich bin immer noch mit einigen Mitgliedern der Produktion befreundet. Alles in allem war es wirklich eine großartige Erfahrung.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Der letzte Abschnitt des Spiels unterscheidet sich deutlich vom Rest. Wie kam es dazu und wie glücklich bist Du rückblickend mit dem Ergebnis?



Lorelei: Der letzte Teil sollte immer in einer Alienwelt spielen. Aber leider wurde dieser Abschnitt aus Budgetgründen deutlich kürzer als geplant. Ich denke nicht, dass dieser Teil sich sonderlich gut mit dem Rest des Spiels verträgt, aber es war nicht unser Fehler. Uns haben schlicht und ergreifend genügend Zeit und das entsprechende Budget gefehlt.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Phantasmagoria II war das einzige FMV-Spiel, an dem Du jemals beteiligt warst. Wie denkst Du generell über dieses Thema? Natürlich gab es sehr viele schlechte FMV-Titel, aber Spiele wie Gabriel Knight II oder die Tex-Murphy-Serie haben auch angedeutet, wie viel Potenzial in diesem Medium wirklich steckte. Würdest Du mir zustimmen, wenn ich sage, FMV wurde zu früh verbannt?



Lorelei: Ja, ich denke wirklich, FMV wurde zu früh verbannt, denke aber auch, dass es irgendwann ein Comeback geben könnte. Filme wie 300, in denen die kompletten Hintergründe aus dem Computer stammen, bestärken mich in der Annahme, dass es immer noch Potenzial für FMV-Spiele gibt. Leider ist es billiger, Figuren zu animieren als Schauspieler zu bezahlen, sodass wir dieses Comeback vielleicht nie erleben werden.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Adventures für Erwachsene sind bis heute sehr, sehr selten. Phantasmagoria II hat hingegen nicht gerade mit Sex und Gewalt gegeizt und ist in dieser Hinsicht nach wie vor so etwas wie ein Exot. Da ich weiß, dass es Jane Jensen wegen Gabriel Knight I (aufgrund des erwachsenen Inhalts) bei Sierra zunächst nicht leicht gehabt hat, würde mich interessieren, ob Du eine ähnliche Erfahrung gemacht hast. Gab es Leute bei Sierra, die ein Problem mit Deinem Spiel hatten, oder konntest Du so ziemlich tun, worauf Du Lust hattest?



Lorelei: Oh, sicherlich gab es Leute bei Sierra, die überhaupt nicht mit dem einverstanden waren, was wir da taten, aber glücklicherweise war keiner von ihnen in die Entwicklung des Spiels involviert. Sie wussten, dass bereits der erste Teil von Phantasmagoria auf erwachsene Inhalte gesetzt hat und dass wir sogar noch weiter gehen wollten, sodass sie sich einfach rausgehalten haben. Dadurch, dass Ken und Roberta hinter uns standen, gab es ohnehin keinerlei Probleme.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Wo wir gerade von erwachsenen Adventures reden. Die meisten Adventures, die heutzutage veröffentlicht werden, haben eher kindliche Züge und richten sich nicht an ein erwachsenes Publikum. Glaubst Du, es wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem dieses Medium erwachsen wird?



Lorelei: Ja, das denke ich tatsächlich. Es gibt viele düstere Spiele, aber ich würde gerne Spiele sehen, die nicht nur düster sind, sondern auch fordernd und komplex. Es gibt in dieser Industrie sehr viel Raum für erwachsene Spiele, da bin ich mir sicher.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Verfolgst Du immer noch, was in der Adventurewelt vor sich geht? Wenn ja, würde mich Deine Einschätzung zum aktuellen Status des Genres sehr interessieren.



Lorelei: Ich denke, dass Adventures in der westlichen Kultur so langsam wieder zum Vorschein kommen, allerdings eher als Hybrid-Spiele, die mehr im Action- oder Puzzlebereich angesiedelt sind. In Asien haben sie hingegen niemals ihre Popularität verloren, denn Interactive Novels verkaufen sich dort drüben extrem gut. Ich persönlich mag Spiele wie Silent Hill, die Action, RPG und das Lösen von Rätseln miteinander verbinden. Red Dead Redemption ist ein weiteres interessantes Beispiel für ein Hybrid-Spiel. Es hat definitiv mehr Story zu bieten als viele andere Spiele und ich hoffe, dass dieser Trend so weitergeht. Mir ist eine richtige Story in einem Spiel einfach wichtig!

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Bitte erzähle uns nun etwas über Deine letzten Tage bei Sierra. Wie genau ist Dein Ausscheiden damals abgelaufen und wie war zu diesem Zeitpunkt die Stimmung bei Sierra generell?



Lorelei: Ich bin 1996 kurz vor der Geburt meines Sohnes und kurz vor dem Ausliefern von Phantasmagoria II gegangen. Leider bin ich nicht wirklich im Guten gegangen. Aus rechtlichen Gründen darf ich leider nicht ins Detail gehen, aber ich kann sagen, dass Sierra zu diesem Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen nicht mehr gerade ein idealer Arbeitgeber gewesen ist.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Offensichtlich bist Du ein großer Horror-Fan und es sei erwähnt, dass die Leute, die gerne mehr zu Deiner Beziehung zu diesem Thema erfahren möchten, auf Deiner Homepage viele weiterführende Informationen finden. Was sind aus Deiner Sicht die besten Horrorfilme aller Zeiten?



Lorelei: Wow, es gibt so viele Horrorfilme, die ich liebe. Einer meiner absoluten Favoriten, den ich jedem empfehlen möchte, ist The Haunting (Bis das Blut gefriert) von 1963, der auf dem Buch The Haunting of Hill House von Shirley Jackson basiert. The Haunting ist wirklich einer der atmosphärischsten und gruseligsten Filme aller Zeiten! Klar, ich liebe auch Splatterfilme, aber The Haunting ist der Beweis dafür, dass ein Horrorfilm kein Blut (und genau genommen noch nicht mal Farbe) braucht, um einem Angst einzujagen.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Wie ich dank Deiner Homepage weiß, besitzt Du auch im Bereich der eher unbekannten und obskuren Horrorfilme sehr viel Fachwissen. Gibt es vielleicht irgendwelche Insider-Tipps bezüglich aktueller Filme, die Du für uns auf Lager hast?



Lorelei: Nun, hier sind einige meiner aktuellen Favoriten:

The Abandoned (2006)

Behind the Mask, The Rise of Leslie Vernon (2006)

Fragile (2005)

The Hills Run Red (2009)

Joshua (2007)

Martyrs (2008)

The Midnight Meat Train (2008)

Mulberry Street (2006)

Outpost (2008)

Pathology (2007)

Plague Town (2008)

Pontypool (2008)

[REC] (2007)

Session 9 (2001)

Severance (2006)

Someone’s Knocking at the Door (2009)

Wake Wood (2010)

YellowBrickRoad (2010)

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Das letzte Jahrhundert war mti Peter Cushing, Vincent Price, Christopher Lee, Bela Lugosi und Boris Karloff das Jahrhundert der Horrorlegenden. Wenn Du eine Reihenfolge aufstellen müsstest, wie würde sie aussehen und wer ist für Dich der Größte von ihnen?



Lorelei: Ich liebe klassischen Horror und jeden einzelnen, den Du gerade aufgezählt hast. Aber ich habe auch eine besondere Schwäche für Vincent Price. Der Name meines jüngeren Sohnes ist Orion Vincent Carver – ich glaube, Ihr könnte Euch denken, woher der Name stammt. Ich liebe einfach all seine Filme, von seinen frühen Werken über die wunderbaren Roger Corman/Edgar-Allan-Poe-Filme, Horrorkomödien wie The Raven und Theatre of Blood bis hin zu den Filmen, die er am Ende seines Lebens gemacht hat.



Das bedeutet aber nicht, dass ich die anderen vier nicht auch lieben würden. Christopher Lee ist ein fantastischer Schauspieler, der neben seinen Dracula-Filmen eine beeindruckende Palette von Filmen gedreht hat. Tatsächlich hatte ich einmal das große Glück, ihn persönlich kennenzulernen! Und natürlich kann man nicht über Christophe Lee reden, ohne über Peter Cushing zu sprechen. Im echten Leben waren sie die besten Freunde und sie haben wirklich einige fantastische Filme zusammen gemacht. Und na klar, wer liebt nicht Boris und Bela? Ich liebe es einfach die beiden zu sehen, selbst in den eher seltsamen Filmen, die die beiden gemacht haben. Außerdem war Boris das Gesicht einiger klassischer Horror-Shows im Fernsehen, zum Beispiel in der exzellenten Serie Thriller. Die Leute fragen immer Boris oder Bela? Obwohl ich sie beide sehr verehre, tendiere ich wahrscheinlich etwas stärker zu Boris, der einfach einen großartigen Sinn für Humor gehabt hat.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Welche Horrorautoren haben Dein eigenes Schreiben aus welchen Gründen beeinflusst? Mir ist in Phantasmagoria II beispielsweise eine Referenz zu Joseph Sheridan Le Fanu aufgefallen.



Lorelei: Dank meiner Mutter, die fantastische Literatur aller Art liebt, bin ich mit den ganzen Klassikern aufgewachsen. Natürlich haben mich Le Fanu und Stoker ebenso geprägt wie Mary Shelley, Oscar Wilde und am meisten von Allen Edgar Allan Poe. Außerdem lese ich sehr viel Lovecraft – daher kommt auch der ganze Schleim in Phantasmagoria II. Als ich ein Kind war, habe ich wirklich sämtliche Horrorbücher verschlungen, die ich nur in die Finger kriegen konnte, inklusive Ramsey Campbell, Shirley Jackson, Richard Matheson, Charles L. Grant, Manly Wade Wellman – all den guten Kram. Außerdem war ich ein großer Fan von Horrorcomics. Ihre Blütezeit war bereits vorbei, als ich in den 70ern aufgewachsen bin, aber Du konntest sie in jedem Second-Hand-Bücherladen finden. Ich habe sie einfach geliebt, ganz besonders E.C.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: Zum Ende unseres Interviews möchte ich Dir natürlich die Gelegenheit geben, etwas Werbung für Dein aktuelles Buch zu machen. Bitte erzähle uns also, wovon es handelt.



Lorelei: Mein aktuelles Buch heißt Mad Madame Lalaurie: New Orlean’s Most Famous Murderess Revealed. Es handelt sich hierbei nicht um Fiktion, sondern um ein historisches Verbrechen. Ich habe das Buch mit meiner Freundin Victoria Cosner Love geschrieben, die von Beruf Historikerin ist. Sie hat mit all ihrer Recherche wirklich einen tollen Job gemacht. Das Buch selbst haben wir gemeinsam geschrieben. Es handelt von einem grausamen Ereignis in der Geschichte von New Orleans und Victoria wollte eine Autorin, die den Horror der Situation rüberbringt. Da ich die einzige Horror-Autorin bin, die sie kennt, hat sie also mich ausgewählt. ;) Ich denke, wir haben das Buch wirklich gut hinbekommen. Die erste Auflage ist seit kurzem vergriffen und der Verleger hat bereits eine zweite Auflage herausgebracht.

Screenshot von Phantasmagoria II



A-T: An was für Projekten arbeitest Du im Moment? Gibt es vielleicht etwas, was Du anteasern kannst?



Lorelei: Ich arbeite an einer Reihe von Projekten, inklusive neuen Romanen und einem Kurzfilm. Sobald ich nähere Informationen verkünden kann, findet Ihr sie auf meiner