Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI

Hier gibt es Meinungen der Community zu alten und neuen Adventures.
Benutzeravatar
Grappa11
Adventure-Treff
Adventure-Treff
Beiträge: 4797
Registriert: 05.02.2005, 16:00
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI

Beitragvon Grappa11 » 20.01.2008, 17:34

Hier könnt ihr Eure Spieleindrücke und Meinungen zu Die Kunst des Mordens posten.
Doreau: "I've worked with Sledge Hammer a long time. Granted, Sledge is irresponsible, undependable, egotistical, insensitive, chauvinistic, sadistic and cruel, but other than that he's a terrific guy."

Benutzeravatar
Timo Rogowski
Hobby-Archäologe
Hobby-Archäologe
Beiträge: 174
Registriert: 10.07.2007, 15:32
Kontaktdaten:

Re: Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI

Beitragvon Timo Rogowski » 20.01.2008, 19:53

Mein Kurz-Test zu "Die Kunst des Mordens – Geheimakte FBI" (PC)

Positives:

+ abwechslungsreiche und schön anzusehende Grafiken
+ angemessene Animationen
+ melodische Musikuntermalung
+ realistische Soundgeräusche
+ zufriedenstellende Point & Click Steuerung
+ professionelle Synchronisation
+ interessante Charaktere
+ überzeugende Gestiken
+ atmosphärische Sequenzen
+ neutrale Rätsel
+ Hilfefunktion
+ nette Krimi-Story,...

Negatives:
- ... die leider einige recht grobe Lücken aufweist
- einige Hintergrundbilder wirken zu sehr standhaft
- recht kurz (ca. 8-10 Stunden)
- einige diverse Logiklöcher
- Dialogaussetzer
- abruptes Ende

Spielspaß: 76 %

FAZIT:
Ich habe sehr viele Erwartungen an „Die Kunst des Mordens – Geheimakte FBI“ gehabt und wurde nun doch ein wenig enttäuscht, auch wenn es immer noch ein recht gutes Spiel ist, ohne Frage. Die Grafik des Spiels überzeugt, sowie die passende Musik, Handhabung und emotional gesprochenen Dialoge. Auch die Atmosphäre, besonders in den Sequenzen, und die Animationen sind zufriedenstellend. Die Gestiken der Personen sind positiv anzusprechen. Einige Hintergrundgrafiken lassen jedoch leben vermissen. Die Story an sich weiß zu überzeugen, da es viele Orte zu besichtigen gibt. Zum einen weißt aber diese leider einige nicht unerhebliche Lücken auf und auch das Geschehen sowie die Rätsel sind von der Logik beim nächsten Mal zu überdenken. Der Schluss kommt leider recht schnell und lässt einige Fragen offen, auch wenn dieser düster und atmosphärisch gestaltet ist. Leider gab es man manchen Stellen Dialogaussetzer.
Insgesamt aber eine solide Leistung mit einigen Schwächen. Hätte man etwas sauberer am Konzept gearbeitet, hätte es durchaus an eine 80`er Wertung rankommen können. Hauptsächlich die Schwächen der Story, Logik und anderen kleineren Mankos verhindern dies jedoch. Krimi-Liebhaber ist das Game durchaus zu empfehlen, zumindest einen Blick sollte man sich nicht entgehen lassen. ;)

Gruß
Timo
Zuletzt geändert von Timo Rogowski am 04.03.2008, 17:37, insgesamt 13-mal geändert.

Sheendra
Komplettlösungsnutzer
Komplettlösungsnutzer
Beiträge: 33
Registriert: 05.02.2008, 09:01

Re: Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI

Beitragvon Sheendra » 05.02.2008, 13:54

Der Titel und die Vorankündigungen hatten mich neugierig auf dieses Spiel gemacht. Die Assotiationen, die entstehen, wenn man Kunst, Mord und Geheime FBI Akte im Spieltitel verwendet, machen nunmal neugierig. Wecken ohne Zweifel Erinnerungen an Still Life, welches genau diese Themen verwendete. Entsprechend hoch waren meine anfänglichen Erwartungen. Was davon nach dem durchspielen bestätigt oder eben nicht bestätigt wurde, versuche ich mal zusammen zu fassen.

Man spielt in typischer 2,5D Point & Klick Machart eine junge FBI Agentin. Gleich zu Begin beschleicht einen das Gefühl, nur die Aushilfsekretärin als Protagonisten erwischt zu haben. Mit Leben oder Hintergrund wird die Agentin weder zu Anfang noch im Laufe des Spiels erfüllt. Das ist auch gleichzeitig der größte Kritikpunkt meiner Meinung nach. Eine Identifikation oder ein Mitgefühl will zu keiner Zeit aufkommen, stolpert Miss Bonett doch ziemlich deletantisch trotz ihres FBI Status durch die Szenerie. Nunja...man holt zu Beginn Kaffee für einen Kollegen und darf sich danach um Druckerpapier kümmern. Das ist aber auch nicht verwunderlich, hausen im gesamten FBI Büro doch auch nur 3 Leute .. mit uns. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Spiel schafft es irgendwie nicht, eine gewisse Grundatmosphäre aufzubauen.

Aber erstmal zum technischen. Die 2d Hintergründe können an sich erstmal überzeugen und bieten einige Details. Verkommene Wohnungen werden grundsätzich genauso schön in Szene gesetzt, wie später die Dschungelabschnitte. Allerdings sind die Szenerien meits staubtrocken und damit nahezu tot. Kaum Bewegung oder zusätzliche Animationen. Alles ist auf ein Mindestmaß reduziert. Mir persönlich reicht das an sich, wenn der Rest stimmt. Aber hier spiegelt sich das wieder, was man gleich zu Beginn in der FBI Zentrale empfindet. Alles ist minimalistisch auf den Kern reduziert, der noch benötigt wird, um die knappe Geschichte zu erzählen. Es gibt werde bei der Graphik noch bei der Geschichte ein "drumherum", dass für das gewisse Etwas sorgt.

An der Sprachausgabe will ich nicht groß meckern. Die bekannte "Computerstimme" bei Hotspots kann man abschalten. Fehlende Beschreibungstexte stören nicht wirklich. Was aber doch wieder permanent an der Atmosphäre zerrt, sind die Standartkommentare. Fast alles ist "ein nützliches Ding". Hatte ich die minimalistische Art erwähnt? Spätestens hier weis man, dass entweder keine Liebe in dem Projekt steckt - oder, was wahrscheinlicher ist, kein Geld mehr für weitere Ausarbeitung zur Verfügung stand.

Und somit fügt sich alles in ein Bild. Alles dass, was in dem Spiel existiert, ist garnicht mal wirklich schlecht. Nein, es zeigt gute Ansätze und weis stellenweise zu begeistern. Was aus dem Spiel aber eine doch nicht gerade kleibne Enttäuschung macht, ist dieses Fehlen von .. hmm ja .. von Lückenfüllern. Ein paar Beispiele. Ein Mord geschieht. Dies erfährt man nur durch ein Gespräch. Eine Sequenz oder dergleichen gibt es nicht. Der Tatort, den man untersucht ist leer. Man kann mit niemanden, zB einem Leichenbeschauer reden. Man wird quasi ohne große Umschweife in eine Szenerie geworfen, wo man sich nur fragen kann, was soll ich hier eigentlich. Wirklich ermitteln tut man nicht - jedenfalls nicht so, wie man sich das vorstellen würde. Hintergrundinformationen oder ein, die Story ausfüllendes Gespräch existiert nicht. Man hat nie das Gefühl wirklich an einer Mordserie zu arbeiten. Eigentlich holt man die ganze Zeit buchstäblich den Kaffee. Es ist schwer zu beschreiben, aber eigentlich ist der Ansatz der Story interessant, nur wirklich involviert wird man nicht. Dazu kommt, das wesentliche Ermittlungsschritte einem durch einen - nie auftauchenden - Partner per SMS vor die Füsse geworfen werden. Dadurch wirkt das ganze noch mehr zusammengeschustert und will einfach keine wirkliche Spannung aufkommen lassen.

Die typischen Rätsel sind vorhanden und bewegen sich auf leichtem Niveau. Dadurch, das man Szenerien nicht verlassen kann, bevor nicht alles erledigt ist, gibt es zumindest keinen Frust, was das dauernde hin und herreisen betrifft. Kurz vor Ende dreht das Spiel da nochmal etwas auf. Dort stimmt die Rätseldichte und weis zu gefallen - wenn auch immer noch etwas zu leicht vielleicht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Die Kunst des Mordens leider nicht annähernd meine Erwartungen erfüllt hat. Das Spiel hat werder etwas mit Kunst zu tun, noch sind die Morde irgendwie dramatisch in Szene gesetz worden. Den Titel FBI Agentin hat sich die Hauptdarstellerin nicht verdient. Größtes Manko war deren Plattheit. Als der Abspann über den Bildschirm lief, war sie mir immernoch völlig egal und mehr über sie als vor dem Kaffee holen wusste ich immer noch nicht. Die Story ist in wenigen Eckpunkten durchaus gut, wird aber durch die lückenhafe Erzählweise und das Stolpern von Storyeckpunkt zu Eckpunkt vermiest. Die Spielzeit ist gefühlt relativ kurz, was sicher auch an der überschaubaren Anzahl an Lokations und NPCs liegt. Das sehr kurze und undramatische Ende ohne Überraschung sorgt zum Schluss nochmals für einen bitteren Beigeschmack. Insgesamt ist das was geboten wird ok nur zu wenig - im Inhaltlichen/Storytechnischen Sinne - um ein wirklich gutes Adventure zu sein. Ein wenig mehr Liebe für Details und Umfeld der Protagonisten, etwas weniger Lücken in der Geschichte und vor allem etwas, um eine Emotion für die Spielfigur und damit eine gewisse Bindung an das Spiel zu erzeugen und aus Geheimakte FBI hätte ein gutes Spiel werden können. Die Ansätze sind da, doch man merkt an allen Ecken und Enden die Unvollkommenheit. Es wird einfach nie "rund" und das macht es für mich am Ende nur zu einem .... sehr durchschnittlichen Spiel.

Man kann es spielen. Ich hab für weniger auch schonmal mehr ausgegeben. Aber selbst eingefleischten Fans würde ich es nur als Budget-Titel empfehlen wollen. Allerdings bin ich auch weit davon entfernt zu sagen, das ich den Kauf bereut habe.

mmge71
Profi-Abenteurer
Profi-Abenteurer
Beiträge: 933
Registriert: 18.02.2007, 16:26
Wohnort: Wien

Re: Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI

Beitragvon mmge71 » 14.06.2008, 15:43

So ich bin jetzt durch (deutsche Version), hier kurz meine Eindrücke.

Bugs und Installation: keinerlei Probleme
Charaktere: die Heldin ist blasser als blass, der Rest nicht vorhanden
FBI, CSI und Co.: gibts nicht, nicht vom Titel täuschen lassen
Gameplay: oft ein bisserl lähmend, "wie-oft-muss-ich-frau-xyz-fragen-bis-es-weitergeht?"
Graphik: guter Durchschnitt
Locations: nett gemacht, teilweise doch ein bisserl lieblos und "Husch Pfusch"
Rätsel: leicht bis mittel, für mich Nix, was herausgefordert hätte
Spielzeit: "relativ kurz", ich würde sagen um die 10 bis 12 Stunden (verteilt über mehrere Wochen, wohlgemerkt)
Sound: nicht wirklich vorhanden
Steuerung und Technik: Hotspotmarkierung inkludiert, insgesamt sehr ordentlich
Stimmen: okay
Story: relativ spannend, "logisch", kein Cliffhanger

Die 15 Euro, die ich bei ebay gelöhnt habe, haben sich durchaus ausgezahlt. Ein Spiel guten Durchschnitts, meine persönliche Wertung (Adventures der letzten Monate, die ich gespielt habe): besser als Sunrise und Reprobates, aber schlechter oder maximnal gleich auf wie Dead Reefs und Culpa Innata [bezogen auf den Spielspass], von Everlight ganz ganz weit entfernt.

Toto
Komplettlösungsnutzer
Komplettlösungsnutzer
Beiträge: 35
Registriert: 18.09.2010, 15:13
Wohnort: NRW

Re: Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI

Beitragvon Toto » 18.09.2010, 15:29

Ich spiele zur Zeit Teil 1 und Teil 2 gleichzeitig.
Zu Beginn hat mich das Spiel sehr enttäuscht. Die Steuerung von vergleichbaren Adventures wie Geheimakte ist eben um einiges gelungener und was mich völlig enttäuscht hat waren die Standartreaktionen im "Das geht so nicht" Stil der Hauptcharakterin, die einen irgendwie immer für dumm verkaufen, selbst wenn man ein Handy ohne Akku mit einem Akku benutzt. Oder Objekt X mit Objekt Y anstatt Y mit X.
An anderer Stelle wird verlang, dass man ein Objekt an einer ganz speziellen Stelle platziert, die aber garnicht als solche gekennzeichnet ist. Oftmals steht man völlig ratlos da, weil man null Ahnung hat, welches Rätsel man nun eigentlich zu lösen hat.
Stellenweise ist das Spiel mies programmiert. Ich erinnere da an die Gangsterwohnung, durch die man sich nicht frei bewegen kann. Ein wildes rumgeklicke führt hier am Ende irgendwie zum Ziel, die Hinweisfunktion zeigt Fragezeichen an Stellen, an denen garnichts zu finden ist. Oftmals musste ich etliche male an ein und die selbe Stelle klicken, bis eine Reaktion kam. Auch das Doppelklicken zum rennen stört. Warum sollte man NICHT rennen wollen? Würde einen ein fremder beim Spielen beobachten, würde er es für einen Ego Shooter halten, so wild klicke ich da teilweise rum...
Und dann mussten sie kommen... Was ist ein Adventure ohne Tempelanlagen? Was ist ein Adventure schon ohne irgendwelche Mayas, Inkas und dessen Türöffne-Mechanismen?
Nichtsdestotrotz ist das Spiel nicht schlecht. Es hat eine vernünftige Story, nette Charaktere und einige schöne Rätsel (leider wie gesagt auch einige MEHR als hirnrissige).

6/10

Benutzeravatar
Inventarius
Rätselmeister
Rätselmeister
Beiträge: 1722
Registriert: 26.02.2012, 11:09

Re: Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI

Beitragvon Inventarius » 10.09.2012, 18:46

Ich versuche mich auch einmal an einem Test (muss mich wohl agreagieren).
Zur Handlung :
Wir spielen die charmante Büroklammer Nicole Bonnett, die zu Beginn den Mord an einem Kollegen erlebt.
Von ihrem Boss wird sie darauf dem Kollegen des Mordopfers (dem unsichtbaren Polizistenphantom)zugewiesen und direkt auf eine Mordserie angesetzt.
Vermutlich weil sich ihr Boss entlarven will, denn er ist der Schuldige
Darüberhinaus wird uns eine vollkommen leere FBI-Zentrale, in der lediglich die Tippse rund um die Uhr arbeitet, präsentiert und Fragen zur Logik, die kein Ende nehmen. Sich hierüber in weiteren Einzelheiten zu verlieren, würde jeden Rahmen sprengen. Die Geschichte, die sich um das Verbrechen rankt, ist noch das Beste an der Story des Spiels und verdient zumindest ein Befriedigend.
Obwohl auch hier ein schwere Frage auf der Story lastet, denn die Gruppe der Opfer muss den Polizeichef als den angeblich toten Raches erkannt haben, sie haben aber nichts unternommen, sondern sich der Reihe nach abschlachten lassen. Die Tatsache, dass sie Dreck am Stecken hatten und deshalb schwiegen, überzeugt mich nicht ganz
Na ja, auch Adventure mit schlechter Handlung und Logiklöchern können noch gut sein, wie sieht es mit dem Gameplay aus.
Kann der Laufburschen (mädchen) Simulator hier überzeugen ?
Das Spiel besteht daraus, dass uns die Heldin sagt, wohin sie jetzt gehen möchte und wir dürfen dann auf die Knöpfe drücken. Der hier schon kritisierte Abschnitt im Gangsterunterschlupf war für mich der einzige, der sich etwas abhob, denn hier durften und mussten eigene Entscheidungen getroffen werden.
Große Schwierigkeiten darf man von solch einem Spiel nicht erwarten, und doch:

Einige Male hatte ich kleinere Probleme, weil es klar war, was als nächstes zu machen war, aber das war erst dann möglich, wenn man zum Beispiel zur Sekretärin gegangen war, nur damit unsere Heldin dort sagen konnte, wohin man jetzt gehen soll. (Vielleicht habt ihr meine Schreie in diesen Augenblicken gehört). Im Auto gab es eine Landkarte mit Fotos von den Orten, doch gezeigt wurde immer nur der, zu dem man fahren sollte.
Und an einer Stelle musste ich tatsächlich in die Lösung gucken. Der entscheidende Hotspot (deren Symbole auch nicht nach einer klaren Regel angezeigt wurden - kleine Bugs) lag bei mir in der Inventarleiste und dort hatte ich nicht richtig gesucht (mit der Lupe wurde er nicht angezeigt - auch hier nicht einheitlich - Bug)
Verschiedene Rätsel, die man hätte mit Logik füllen können, waren entweder ausschließlich oder zumindest am Besten durch ausprobieren zu lösen, aber in der Regel gibt es keine Rätsel, sondern man läuft über Stunden immer nur von Punkt A nach B, dann wieder zurück und wieder hin und wieder zurück...
... und irgendwann hat man es geschafft !


Zurück zu „Community-Tests“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast