Chaos auf Deponia

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DrDeath
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Chaos auf Deponia

Beitragvon DrDeath » 22.10.2012, 13:45

Einleitung
Leider ist es mir nicht gelungen vor dem Release von Chaos auf Deponia nocheinmal den ersten Teil vorzunehmen. Daher werde ich im Großen und Ganzen den zweiten Teil unabhängig von seiner Rolle als Mittelkind behandeln.

Einen kleinen Blick möchte ich auf das Spielmenü wenden bevor es an das Spiel selber geht. Es zeigt den Spieler sofort, dass es sich bei diesem Spiel um eine Fortsetzung handelt und laden den Spieler ein die Geschehnisse fortzusetzen. Das Menü ist nicht besonders umfangreich. Man kann die nötigsten Einstellungen vornehmen und erhält auch Aussicht auf gewisse Extras wenn man das Spiel beendet. Dass auf diesem Menübildschirm ein Facebook-Button prangert merke ich zwar negativ an, dies fließt aber nicht in die Bewertung.

Wenn man nun das Spiel startet kann man wie beim ersten Teil aussuchen, auf welche Weise man gerne das Spiel erlebt (Möchte man das Inventar mit dem Rollrad öffnen oder eher klassisch mit einem Klick). Da ich das gesamte Spiel gemütlich auf der Couch gespielt habe, wählte ich die 2. Variante (klassische Variante Via Klick) da ich das Inventar stets mit dem Hotkey I aufgemacht habe. Apropo Hotkey: Die ESC-Taste habe ich sehr lieb gewonnen, da ich mit dieser bereits gesehene Animationen und bereits gehörte Dialoge im Eilverfahren überspringen konnte (perfekt für experimentierfreudige Gesellen).

Story
Vor dem richtigen Beginn gibt es wie bei Teil 1 ein Tutorial. Es ist lästig, aber nicht störend, da man wieder mit dem Humor des Spieles eingestimmt wird. Danach gibt es eine retro schwarz weiß Rückblende von Rufus damit jeder Spieler, egal ob er Teil 1 kannte, ewig nicht gespielt hat oder gerade eben beendet hatte auf dem gleichen Wissensniveau ist. Alle wichtigen Charaktere und Handlungsstränge werden entweder in der Sequenz oder den ersten 4 Minuten vorgestellt. Danach beginnt schon der Sänger das Spiel einzuleiten und wir finden unser erstes Rätseldesign vor. In Diesem wird eindringlich, fast schon aufdringlich, Rufus Charaktereigenschaften und Eigenheiten hervorgehoben während er sein erstes Chaos anrichtet. Rufus ist wie eh und je ein Unruhestifter dem man am liebsten aus dem Weg geht, da Körperverletzungen sowie Tod und Verderben mit seinen Missgeschicken einhergehen. Weder Tiere noch Sänger sind vor ihm gefeit. Zwar wissen dies die bekannten Charaktere (ich möchte diese so gar nicht als Freunde bezeichnen, sie würden mir wohl auch sofort widersprechen) und der Spieler aus Teil eins bereits und die neuen Spieler wie gesagt sofort nach den ersten paar Minuten, aber es gelingt ihnen dennoch nie, das herbeieilende Chaos zu unterbinden. Wozu der werte Seagul da war wurde mir nicht ganz klar, ganz zuschweigen ob er doppelt gelogen hat oder nicht. Cleatus hat mir gut gefallen, da man durch ihn besonders neugierig auf Teil Drei wird.

Rätsel
Dem Spieler wird in jedem Abschnitt eine große Aufgabe gegeben die sich gleich in üblicher Aventuremanier in kleinere Aufgaben unterteilt. Man wird nicht sofort mit einen komplett begehbaren Gebiet konfrontiert, sondern erarbeitet sich langsam und stetig im Laufe des Abenteuers seine Wege voran. Die wenigsten die mit Rufus in Kontakt treten mögen ihn, oder mögen es überhaupt mit ihm reden zu müssen. Auch üblich ist, dass die letzte Gesprächsoption die ist, die dich weiter bringt , der Rest ist für die Atmosphäre gut, aber nicht zwingend notwendig. Wichtige Gespräche bleiben als Option erhalten und geben den Spieler kurz und prägnant einen großen Wink mit dem Zaunpfahl, was er denn nun zu tun hat. Die Anzahl der Gegenstände ist durchwegs überschaubar – sofern man wie ich nicht ein paar Glitches erzeugt und plötzlich 3 Schirme im Inventar hat – auch angemessen. Meist weiß man wie das Rätsel zu lösen ist und ich war immer gespannt ob es Rufus auch so umsetzt wie ich es mir denn vorgestellt habe. Die Minigames waren gut, obwohl ich kein einziges fertig gebracht habe – das geling mir bei Teil 1 doch hin und wieder. Wieso jedoch das Motivationsgespräch bei diesem Schwaben? Kein Minigame ist verstehe ich nicht. Ich weiß nicht ob ich mehr frustriert oder genervt von diesem Charakter war. Ich hätte mir so sehr bei diesem Rätsel eine überspringen Funktion gewünscht. Der Beat-Em-Up Kampf hat mir persönlich auch nicht sehr gefallen, hier gab es eine Möglichkeit des Überspringens, mir wäre sogar eine zweite Recht gewesen! Bis auf diese zwei Schnitzer, einige Glitches konnte ich mit 3 maliger Hilfe einer Lösung alle Rätsel lösen und hatte sehr viel Spaß dabei. Was ich dem Spiel sehr zu gute halte, was mich einen Blick auf die Hilfe kostete war die Tatsache, dass wenn man mit einen Gefährt wo hinfährt, das Interieur anpasst. Abzüge gibt es für das Soundrätsel

Grafik
Mir persönlich haben die Zwischensequenzen durch die Bank alle gut gefallen. Ich hatte das Gefühl dass es mehr und bessere Zwischensequenzen gab als im ersten Teil. Die Charakteranimationen und Hintergründe sind wie immer zeitunabhängig toll mit liebe gezeichnet. Ab und zu sind Animationen der Interaktion mit anderen Charakteren ungenau (Übergabe von Gegenständen), dieser Anteil ist aber verschwindend gering. Macht ein paar Minuten nicht und genießt die netten Idle-Grafiken von Rufus!

Atmosphäre
Die Stimmung in Teil Zwei fand ich großartig. Ich hatte immer das Gefühl etwas gehetzt zu werden um den drohenden Untergang zu entgehen. Das die Problemlösungen von Rufus nie ein Problem erledigten ohne ein neues aufzuwerfen fand ich auch gut. Ich kann Rufus immer noch nicht leiden, eigentlich gönne ich ihm gar nicht dass er so ein tolles Mädel abbekommt, dadurch werde ich jedoch auch zum Dritten Teil greifen um zu sehen, ob es ihm gelingt, oder ob er einfach verdient untergeht. Ich fand es nicht okay, dass Rufus mit Vorsatz die Delphine umbringt. Jemanden „aus versehen“ umbringen, das schreibe ich seiner Tollpatschigkeit zu, aber bewusst die Delphine umzubringen kreidet selbst Bozo an. Meine Freundin hat es kurz als „schreckliches Spiel“ abgeschrieben. Was mir ganz und gar nicht gefällt, weder in Filmen noch in Spielen, wenn der Spieler aus dem geschehen rausgebracht wird, also dem Spieler klar gemacht wird, dass das nur ein Spiel ist (Rufus macht die Musik vom Spiel nach, Rufus verweist auf Daedalic Spiele etc..).

Steuerung
Die Steuerung könnte simpler und angenehmer zugleich nicht sein. Ich habe alles am Notebook gespielt (Touchpad) und hatte bis auf das Beat-Em-Up Rätsel kein Problem mit der Steuerung. Die Hotspot Funktion verwendete ich eigentlich immer, da ich zu Faul war den ganzen Bildschirm abzufahren, selbst mit dieser Funktion übersah ich ab und zu einen Gegenstand.

Spielspaß
Ich hatte sehr viel Spaß mit dem Spiel und eigentlich ist es das was zählt. Die Spielzeit war überdurchschnittlich gut. Ich weiß leider nicht in welcher Zeit ich es genau durchgespielt habe, hatte aber zwei gemütliche Wochenenden damit. Der schwächste Abschnitt war das Ende, sowohl Storytechnisch als auch Rätseltechnisch.

Umfang
Ein DRM-Freies Spiel, einen netten Soundtrack und ein Poster für € 30,-. Unschlagbar

Sound/Musik:
Der Sound im Spiel hat mir gut gefallen. Die Musik war gut, aber hat nicht meinen Geschmack getroffen. Ich hätte es mir eher auf Hochdeutsch gewunschen, nicht diesen teilweise verwendeten Dialekt.


Fazit:
Alle meine Kritikpunkte sind eher kleinere Kritikpunkte die einfach nur eine auf zahlen basierende Auswertung herunter würdigen. Klar würde ich diesem Spielen einen jedem halbwegs an Adventure interessierten Spieler ans Herz legen, sofern er denn schwarzen Humor mag/versteht. Ein gutes Spiel, eine tolle Leistung von Daedalic und ich freue mich auf mehr!


Grafik: 8,5
Sound/Musik: 7,5
Steuerung: 9
Umfang: 10
Story: 8
Spielspaß: 8-8,5
Rätsel: 6
Atmosphäre: 7
Fazit Gesamtwertung: 8,1
Krocha
greif mi ned an, wei i bin a krocha
nur wei i so anzogn bin, brauchst du ned deppat locha
nur weilst du ka ahnung host vom fuatgehen do in wian
brauchst mi ned ois wahnsinnigen in a schublod schiam

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