Primordia

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Inventarius
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Primordia

Beitragvon Inventarius » 13.12.2012, 13:19

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Primordia

Horratio Nullbuilt ist ein Roboter.
Er lebt allein in der Einöde einer Endzeitwelt auf einem zestörten Raumschiff.
Er hat den Glauben an die Menschen, die einst die Maschinen schufen, und daran sein Schiff flottzumachen, für das er täglich im Schrott herumwühlt.
Sein Begleiter ist Crispin, ein kleiner schwebender Roboter, der mehr Flugerfahrung als er besitzt. Horatio hat ihn gebaut und er ist so etwas wie sein Sohn.
Zu Spielbeginn betritt ein anderer Roboter die Szenerie, der den beiden die Energiequelle ihres Raumschiffs stiehlt.
Die beiden sind dadurch nicht nur in ihrer Existenz bedroht, sondern auch ihres "Lebensziels" beraubt und müssen sich nun auf die Suche nach Roboter und Kraftquelle machen, was sie bald nach Metropol führen wird.

Handlung und Figuren
Primordia gibt es bisher nur in Englisch, was bei der technischen und futuristischen Thematik für mich eine gewisse Belastungsprobe wurde.
Dabei ist die Handlung des Spiels eine seiner tragenden Säulen.
Über den oberflächlichen Handlungsablauf hinaus eröffnen sich einige reizvolle Perspektiven, wie etwa :
  • Wie funktioniert Gewaltenteilung im Maschinenzeitalter ?
  • Was wäre passiert, wenn Hal in 2001 noch ein paar Brüder gehabt hätte ?
Die beiden Hauptfiguren sind eine weitere große Stärke des Spiels. Vor allem der schüchterne Crispin, der nie um einen netten Spruch verlegen ist, dürfte den meisten schnell ans Herz wachsen.

Grafik und Ton
Primordia kommt im Retrolook daher, zudem regiert ein durchgängig trister Braunton die Szenerie.
Charme kann das Spiel so trotzdem entwickeln und man fühlt sich hier schnell an Beneath a steal sky erinnert, auch wenn dieser Vergleich nicht unbedingt für Modernität spricht.
An einige Stellen hatte ich Probleme mit den Hotspots und einmal merkte ich nach stundenlangem Suchen, dass ich in einem Bild einen Ausgang übersehen hatte. Zum Ende des Spiel hatte ich mich daran gewöhnt, doch da war das Spiel fast schon zu Ende.
Zu hören gibts nicht so viel, die Stimmen erscheinen funktional und es handelt sich wohl um eine Welt, in der Musik seine Bedeutung verloren hat und nicht umsonst ist auf Horatios Schiff ein antiker Plattenspieler zu finden.

Rätsel
Ist Primordia ein schweres Spiel ?
Eine interessante Frage, die sich nich einfach beantworten lässt.
Das Spiel bietet einige Möglichkeiten, das eigene Spielerlebnis zu variieren und so auch den Schwierigkeitsgrad anzupassen.

Das Hilfesystem
Immer wenn wir Crispin (und später auch Clarity) anklicken, erhalten wir einen Kommentar.
Durch diesen erhält man oft eine Anregung, in welcher Richtung man suchen kann, aber auch einige konkretere Hilfestellungen sind dabei. In den Optionen lassen sich diese Audiotipps zudem automatisieren, so dass Crispin hin und wieder ungefragt, seinen Senf zum Geschehen gibt. Einige Male erschienen mir diese Tipps auch Hinweise zu Problemen zu sein, die schon gelöst waren (vielleicht fehlte noch ein kleines Teil zum Abschluss), aber in der Regel waren das schon echte Hilfen. Zu Beginn des Spiel nutzte ich diese Möglichkeiten nicht, aber in Metropol griff in dann doch hin und wieder gerne darauf zurück.
Unterhaltungen lassen sich nicht wiederholen.
Alles was wir so und auch anders erfahren, wird in einem kleinen Computer stichpunktartig zusammengefasst. Dieser Computer wird somit auch zum Filter, was wichtig ist im Spiel und zum wichtigsten Gegenstand. Ein regelmäßiges Sondieren der Einträge war zumindest für mich absolut unerlässlich und ohne diese Anhaltspunkte scheint mir zumindest das Kioskrätsel unlösbar.

(Alternative) Rätsel
Die meisten rätsel sind klassische Inventarrätsel, aber auch einige Coderätsel sind vorhanden. Für viele Rätsel sind im Spiel Alternativrouten eingebaut. In einigen Fällen merkt man sofort, wenn man sich einen Weg verbaut hat und nach neuen Möglichkeiten suchen muss. Vieles schein zunächst aber auch im Dunkeln zu bleiben oder man erahnt einige Möglichkeiten am Wegesrand. Auch bei den nötigen Gegenständen scheint es einige Variationen zu geben.
Oft scheinen die etwas schwierigeren Wege die schnelleren zu sein, während man für den Notausgang zu arbeiten hat.
Von Vorteil ist das Sytem vor allem dann, wenn man eine Möglichkeit gar nicht erkennt und hier eine andere Möglichkeit hat.
Ich bin mir aber nicht so sicher worauf das hinausläuft.
Wird das Spiele dabei einfach nur leichter ?
Hätte man dabei nicht gleich die einzelnen Rätsel leichter machen können ?
Oder muss man das Ganze als Versicherung der Entwickler vor Designfehlern betrachten.
Sicher ist, dass auch hier der Wiederspielwert des Spiels gesteigert wird.
Wenn man das Spiel nur einmal spielt, sehe ich hier nicht unbedingt einen Vorteil.
Das Spiel besitzt zudem sieben verschiedene Enden.

Achievements
In den Optionen finden sich knapp 30 Missionen.
Oft handelt es sich dabei um optionale Routen, Teilziele, vielleicht auch zusätzliche Ziele, die für den eigentlichen Erfolg keine Bedeutung haben.
Bei einigen Achievements scheint es sich auch um zentrale Etappenziele zu handeln, ohne die das Adventure nicht zu lösen ist.
Die Liste der Achievements lässt sich daher verschieden nutzen.

1. Als zusätzliches Hilfesystem
Allein durch das Betrachten der Titel kann man wohl einige Anregungen bekommen, was zu tun ist. Ich habe bei meinem Spiel komplett ohne diese Hilfe gespielt, weil ich mir Möglichkeit 2 bewahren wollte.

2. Steigerung des Wiederspielwertes
Beim erneuten Spielen helfen diese Missionen nicht nur dabei, einiges anders zu machen, sondern auch dabei das Spiel in seiner vollen Komplexität zu ergründen und hoffentlich so auch alle Enden freizuschalten.

Ich habe von jemandem gelesen, dass das Spiel sehr kurz sei.
Bin mir da nicht so sicher, ich habe deutlich länger bebraucht (auch weil ich viele Wörter nachgeschlagen habe) und vermute doch, dass der Schreiber viele Hilfen nutzte, auch weil er vielleicht schnell über das Spiel schreiben wollte.


Fazit :

Vom Adventurecorner hat Primordia 87% erhalten.
Ich bin kein großer Freund dieser Prozentzahlen und glaube zudem, dass es sich bei diesem Urteil auch um ein politisches Urteil handelt.
Primordia hat eine gute Handlung, starke Figuren und einiges an Innovation im Spieldesign.
Das wollte man mit dem Urteil sicherlich betonen und natürlich auch die Tatsache, dass man kein großer Entwickler zu sein braucht um ein gutes Spiel zu machen.
Ob hier dann eine 87 oder eine 80 angebracht wäre, ist mir eigentlich egal.
Gut ist es auf alle Fälle und jeder, der mit der Thematik etwas anfangen kann, macht bestimmt nichts falsch.
Bin natürlich noch gespannt, wie ich das Spiel beim zweiten Mal erleben werde.
Eine deutsche Version des Spiels wäre in jedem Fall sehr willkommen.

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