Islamfeindlichkeit in Deutschland

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elevar
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Re: Islamfeindlichkeit in Deutschland

Beitragvon elevar » 19.09.2012, 10:18

realchris hat geschrieben:Du kannst das gerne fremdenfeindlich auslegen. Wenn Du das so interpretierst ist eine sachliche Diskussion nicht möglich.
Au backe, ich möchte hier natürlich niemandem Fremdenfeindlichkeit unterstellen, und wenn das so rüber kam, tuts mir leid.
realchris hat geschrieben:Jedoch, ich verachte neben vielen Dingen auf unserer Welt Salafisten tatsächlich und mache keinen Hehl daraus. Das sind für mich Nazis mit Kopftuch.
In den Medien kam das so rüber. Ob Salafismus wirklich ein treffsicheres Feindbild ist, kann ich nicht beurteilen.
realchris hat geschrieben:Und zur Bildung. Sie ist die einzige chance, noch nicht verführten eine Möglichkeit zu geben, sich nicht für solche Gruppen zu entscheiden. Ist also ein in die Zukunft gerichtetes Projekt.
Das ist absolut richtig. Auch wenn Bildung keine hinreichende Bedingung gegen eine islamistische Radikalisierung ist.
realchris hat geschrieben:Das ist auch ein Allgemeinplatz.
Jepp, da hast du natürlich recht.
realchris hat geschrieben:Und hier geht es ja um die Frage Islamfeindlichkeit in Deutschland, Ja oder Nein?
Ich glaube, ich hab meinen Punkt irgendwie nicht so ganz klar gemacht. Meine zugegeben ziemlich steile These war es, dass es psychologisch möglicherweise leichter ist, die Untaten der einen Muslime (Du nennst sie Salafisten) zu relativieren, um den anderen (der Rest) unbefangener entgegentreten zu können, weil der Mensch einfach in Kategorien denkt, und wenn in der Schublade, wo die Muslime drin sind auch die tatsächliche Unmenschen reinpassen sollen, wird es anstrengend, also lieber relativieren. Dass dieses Relativieren aber nichts taugt liegt nun daran, dass man damit weite Teile der muslimischen Welt in Toto und eben nicht nur die Randalierer herabsetzt als ungebildet, unterlegen und potentiell komplett fremdgesteuert. Denn dass der Rest im Sudan wesentlich dollere Bildung hat als die Randalierer steht nicht zu vermuten. An dieser Stelle wollte ich die Brücke zum Thema, Islamfeindlichkeit, geschlagen haben. Ich hoffe ich konnte das irgendwie klarer machen.
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Ninas Ex
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Re: Islamfeindlichkeit in Deutschland

Beitragvon Ninas Ex » 21.09.2012, 08:22

Ich habe den Eindruck, im Grunde geht es um den Konflikt zwischen den Islamisten in den arabischen Ländern (aber auch in Europa) und den Rechtsextremen der verschiedenen Fraktionen. Das sind zwei Seiten der selben Medaille. Die schenken sich beide nichts, die Rechtsextremen wollen provozieren mit ihren rassistischen Ressentiments und verunglimpfen die Muslime in ihrer Gesamtheit, während die Islamisten wiederum ein Problem haben, demokratische Meinungsäußerungen zu akzeptieren und Botschaften als Symbole des Westens angreifen. Die sollten beide erst einmal eine zivilisierte Streitkultur lernen. Sollen sie doch zb gemeinsam im Fußball gegen einander antreten anstatt zur Gewalt zu greifen. Eine demokratische, respektvolle Debatte wird dadurch erschwert, dass diese beiden Extreme grossen Einfluss darauf haben, wie über die Thematik Islam und Gesellschaft diskutiert wird.

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realchris
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Re: Islamfeindlichkeit in Deutschland

Beitragvon realchris » 25.09.2012, 19:12

Ninas Ex hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, im Grunde geht es um den Konflikt zwischen den Islamisten in den arabischen Ländern (aber auch in Europa) und den Rechtsextremen der verschiedenen Fraktionen. Das sind zwei Seiten der selben Medaille. Die schenken sich beide nichts, die Rechtsextremen wollen provozieren mit ihren rassistischen Ressentiments und verunglimpfen die Muslime in ihrer Gesamtheit, während die Islamisten wiederum ein Problem haben, demokratische Meinungsäußerungen zu akzeptieren und Botschaften als Symbole des Westens angreifen. Die sollten beide erst einmal eine zivilisierte Streitkultur lernen. Sollen sie doch zb gemeinsam im Fußball gegen einander antreten anstatt zur Gewalt zu greifen. Eine demokratische, respektvolle Debatte wird dadurch erschwert, dass diese beiden Extreme grossen Einfluss darauf haben, wie über die Thematik Islam und Gesellschaft diskutiert wird.

die salafisten, wie auch die rechten wollen ja den konflikt. die streiten nicht wirklich. jede seite will in ihrem teich die fische aufstacheln.

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Re: Islamfeindlichkeit in Deutschland

Beitragvon Kradath » 25.09.2012, 19:14

Ninas Ex hat geschrieben:Die sollten beide erst einmal eine zivilisierte Streitkultur lernen.
Gerade das ist doch ein Widerspruch zu ihrer Ideologie, genauso bei den Rechten.

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Beowulf
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Re: Islamfeindlichkeit in Deutschland

Beitragvon Beowulf » 23.06.2018, 01:47

Nach 9 Jahren ist diese Diskussion immer noch aktuell. Daran sieht man, wie weit wir mit der Integration gekommen sind.
Interessant ist, dass wir mit der Integration von andern Christen, Hinduisten, Buddhisten, Atheisten und Laizisten anscheinend bisher keine nennenswerten Probleme hatten.
Auch wurde sich hier bisher auf Salafisten eingeschossen. Extremisten stellen jedoch nicht das einzige Problem dar. Während viele weltoffene, säkulare Muslime sich gut integrieren, gibt es viele Probleme mit konservativen Muslimen. Das sind Menschen, die zwar nicht auf offenen Konfrontationskurs gehen wie die Salafisten, auf andere Religionen dennoch herabschauen und sich von unserer Gesellschaft nicht "assimilieren" lassen wollen. Sie sind Homo- und Transsexuellen sehr abgeneigt, haben ein nicht gerade zeitgemäßes Frauenbild und versuchen sich in der Gesellschaft immer mehr Privilegien zu erarbeiten... z.B. Gebetsräume und Vollverschleierung (wo es eigentlich nicht erlaubt wäre).
Interessant ist hier die Einseitigkeit: Andere Religionen bekommen keine extra Gebetsräume, und während eine normal, europäisch gekleidete Frau am Flughafen ihr Jackett abnehmen und sich untersuchen lassen muss, wird das bei einer Frau mit Burka nicht passieren.
"Und sagt dem Barmann, der Doc schickt euch!"
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