Der Fußball-Thread 2016/17

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Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Horatio McCallister » 23.09.2016, 14:31

Mir ist aufgefallen, dass es hier anscheinend noch gar keinen aktuellen Fußball-Thread gibt (zumindest habe ich nix dazu gefunden). Von daher eröffne ich einfach mal was dazu.

Dann bin ich auf eure Meinungen gespannt: Bleiben die Nordlichter weiterhin im Tabellenkeller und marschieren die Bayern unverändert vorne weg?
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon postulatio » 23.09.2016, 15:54

Nur der BVB 8)

Ich hoffe ja, das Dortmund stark bleibt, und sich mit den Bayern einen Schlagabtausch liefert.
Schalke, Werder und der HSV im Tabellenkeller, damit kann ich leben. Hamburg hätte schon die letzten 2 Jahre absteigen müssen, wenn sie wieder eine so schwache Saison spielen, ist es hoffentlich diesmal endlich soweit. Dieses "unabsteigbar"-Getue der Fans ist einfach nur lächerlich :roll:

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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Einzelkämpfer » 23.09.2016, 17:20

BVB als Bayern-Jäger? Da müssen sie erstmal am FC vorbei!
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon mandarino » 23.09.2016, 20:12

Einzelkämpfer hat geschrieben:BVB als Bayern-Jäger? Da müssen sie erstmal am FC vorbei!
Das wird sicher schon bald erledigt. Sehr bald!
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Einzelkämpfer » 23.09.2016, 22:25

Naja, für 48 Stunden sei euch das gegönnt.
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Bakhtosh » 24.09.2016, 11:38

postulatio hat geschrieben:Schalke, Werder und der HSV im Tabellenkeller, damit kann ich leben. Hamburg hätte schon die letzten 2 Jahre absteigen müssen, wenn sie wieder eine so schwache Saison spielen, ist es hoffentlich diesmal endlich soweit. Dieses "unabsteigbar"-Getue der Fans ist einfach nur lächerlich :roll:
Als Hamburger und (Fan wäre zuviel gesagt) HSV und St. Pauli Sympathisant sehe ich das naturgemäß etwas anders.

Zum einen stimmt das mit den letzten beiden Jahren nicht. Der HSV waberte mit wenigen Ausreißern letzte Saison meist zwischen oberem Ende unteres Tabellendrittel und unterem Ende mittleres Tabellendrittel herum und belegte am Ende sogar Platz 10. Also letztes Jahr sind sie völlig zurecht drin geblieben. Die beiden Jahre davor, wo man jeweils die Relegation spielte. Da hätten sie den Abstieg irgendwo verdient gehabt.

Und was das "unabsteigbar" anbelangt. Irgendworan muss man sich als HSV Anhänger ja festhalten. Und aktuell bleibt da einfach nicht mehr viel als das der HSV die einzige Mannschaft ist, die immer in der ersten Bundesliga gespielt hat. Ich kenne keinen HSV Anhänger, der ernsthaft glaubt, dass der HSV nicht absteigen kann. Sondern eher daran, dass auch irgendwann Glück einmal aufgebraucht ist.

Hier herrscht auch große Unzufriedenheit.

Da zeigt man mit dem Finger auf Mannschaften wie Leverkusen, Wolfsburg und Leipzig, weil die von Firmen hausgehalten werden. Aber der HSV hängt am Tropf von Millionär Kühne. Der seit Jahren Millionen in den HSV steckt - diese Saison alleine die 10 Mio Ablöse plus laufendes Gehalt für Neuzugang Santos. Sollte Kühne plötzlich sterben (so jung ist er nicht mehr) und die Nachkommen alle Vereinbarungen, die Kühne mit dem HSV getroffen hat, fällig stellen, steht der HSV vor der Pleite. Und was kommt bei den ganzen Millionen-Transfers - 30 Millionen vor dieser Saison? Wenig bis gar nix. Natürlich sind 30 Millionen gegenüber Bayern und Dortmund ein Witz. Aber dagegen ist das, was andere Bundesligisten investieren könnten, wiederum ein Witz. Kein langfristiges Konzept mit Nachwuchsförderung und schrittweiser Entschuldung erkennbar. Man sollte sich Dortmund zum Vorbild nehmen. Die waren auch mal fast Pleite und haben sich sportlich und finanziell durch schrittweise kluges Management und sportliche Führung daraus befreien können.

Soviel dazu. Als Hamburger möchte ich den HSV einfach dabei haben. Und ich denke die Bundesliga braucht Mannschaften aus den größten deutschen Städten und Ballungsgebieten. Spiele gegen solche Mannschaften sind doch einfach soviel spannender als Spiele gegen Ingolstadt oder Darmstadt. Und sollte der HSV sich jemals wieder in höhere Regionen vorkämpfen, kommt da auch kein Anhänger mehr mit "unabsteigbar".

Heute wird erstmal gegen Bayern vergeigt und dann darf wohl Labbadia gehen, was ich völlig sinnlos finde. Schicksalsspiel gegen Bayern ist eh ein Witz. Ein paar Spiele sollte man ihm noch geben. Man sieht ja, wo es hapert. Nach 60 Minuten brechen sie immer ein. Wären die Spiele nach 60 Minuten abgepfiffen worden (wären dann 2 Siege, zwei Unentschieden), stände HSV in der ersten Tabellenhälfte. Aber dank hirnloses Anrennen nach Gegentor und zweier Adler Patzer, gings jeweils dahin.

In diesem Sinne einen schönen Spieltag! :D

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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Rasenmäher78 » 25.09.2016, 09:17

postulatio hat geschrieben:Schalke, Werder und der HSV im Tabellenkeller, damit kann ich leben. Hamburg hätte schon die letzten 2 Jahre absteigen müssen, wenn sie wieder eine so schwache Saison spielen, ist es hoffentlich diesmal endlich soweit.
Ich als großer Bayern-Fan (seit mehr als 30 Jahren :D ) würde es aber sehr schade finden, wenn Schalke, Bremen oder der HSV nicht mehr in der Bundesliga zu sehen wären. Irgendwie würde da was fehlen. Und gerade Schalke hat eigentlich das Potential, national und auch international ein Wörtchen mitzureden. Leider sehen die sich immer auf einer Höhe mit Bayern und Dortmund und ein 3. Platz ist schon zu wenig - Anspruch und Wirklichkeit scheinen da nicht wirklich zusammenzupassen.
Bakhtosh hat geschrieben:Da zeigt man mit dem Finger auf Mannschaften wie Leverkusen, Wolfsburg und Leipzig, weil die von Firmen hausgehalten werden. Aber der HSV hängt am Tropf von Millionär Kühne. Der seit Jahren Millionen in den HSV steckt
Richtig! Ich musste laut loslachen, als ausgerechnet die HSV-Ultras (mir widerstrebt es ja, diese Ultra-Bewegungen als Fans zu betiteln, ich sehe da immer nur einen Haufen intoleranter pöbelnder Selbstdarsteller) einen Protestmarsch gegen Leipzig starteten :roll: #-o

Vor der Saison dachte ich übrigens, dass der HSV mit Wood, Halilovic, Kostic und kurz vor Transferschluss noch Douglas Santos mal richtig vernünftig, überlegt und perspektivisch eingekauft hat - bisher nocht nicht soooo erfolgreich :) , aber immerhin hätten sie gestern dem FCB fast einen Punkt abgeluchst.

Noch ein Wort zu unserem neuen Bundesligisten Leipzig:
Grundsätzlich finde ich die feindselige und herablassende Haltung gegenüber diesem Verein erschreckend. Bei anderen Vereinen wird doch auch Geld reingepumpt, eben nur etwas diskreter als RB das macht. Und ganz ehrlich - für die Region dort ist es doch spitze, wenn ein Verein wieder mal ganz oben mitspielen kann, und dass die Sehnsucht nach Bundesliga-Fußball groß war zeigt doch schon die große Anzahl der neuen Leipzig-Fans.
Was oft auch nicht erwähnt wird, ist dass hier nicht nur Geld in neue Spieler investiert wird, sondern das hier ein Nachwuchsleistungszentrum entstanden ist, das aktuell als das modernste seiner Art in Deutschland zählt.
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Brannon » 26.09.2016, 05:46

Das mit Leipzig kann nur jemand sagen, der den Verein nicht direkt vor der Nase hat. Ja natürlich, Leipzig hat ein tolles Nachwuchsleistungszentrum, aber frag mal nach wo die Spieler her kommen. In der 5. Liga hat Leipzig die halbe B Jugend in Magdeburg aufgekauft, obwohl die eigene Jugend weit tiefer spielte. Das mal ein bis 3 Spieler zu einem anderen Verein gehen mag ja alles richtig sein und Wechsel kommen vor, nur die Art und Weise wie diese Spieler gewonnen wurde ist nicht feierlich. Da wurden Werte geboten die kein Ostverein mithalten konnte. Genau da kommt auch das Problem der Leute in der Region her. aber die Bundesligisten können sich jetzt mit Leipzig rumschlagen.

Ich habe Leipzig 3 Jahre in der 4. Liga ertragen müssen. Ein Wunder das der Verein dort so lange gehalten werden konnte. Von der Mannschaft die sich Leipzig in der vierten Liga geleistet hat, hätte damals eigentlich kein Verein gegen antreten müssen. Der Etat war 10 Mal so hoch wie der im Rest der Liga. Der Verein wurde im Endeffekt nur durch die eigene Arroganz aufgehalten. Da liegt man 2-0 zurück in der Halbzeit und im eigenen Stadion und es gibt Videohalbzeitinterviews der Marke: Wir gewinnen eh, der Gegner kann offensichtlich nicht mit unseren Fußballfähigkeiten mithalten. Das Interview wird mir wohl immer als Sinnbild Leipzigs in Erinnerung bleiben.

Natürlich viele Menschen wollen Bundesliga sehen, aber das ist eine allgemeine Sache im Zusammenhang mit einem neu aufflammenden Stolz auf die Region. In Dresden und Magdeburg hatte man nicht umsonst die größten Zuschauerschnitt in der dritten Liga (http://www.zeit.de/sport/2015-08/fc-mag ... l-chemnitz nur als Beispiel aus der letzten Saison). Die Frage ist eher, ob es etwas gutes für die Region ist. Es gibt hier keine Region. Wenn Schalke absteigt wollt ihr doch nicht echt in Gelsenkirchen erklären man solle sich freuen, das Dortmund die Championsleague gewinnt? Ist ja schließlich gut für die Region. Es gibt keine Region "Ostdeutschland" und die Leute wollen ihren Verein aus ihrer Stadt und nicht irgend einen neugegründeten Verein dort oben sehen. Erfolgsfans gibt es natürlich überall, sei auch jedem gegönnt. Aber nur als Beispiel, da steigt Leipzig in die 1. Liga auf, Dresden und Aue in die 2. und der MDR veranstaltet eine Feier unter dem Motto "Fußballfest des Ostens" und man lädt nur RB Fans ein. Silly reagiert nur folgerichtig und schon hat RB wieder ihren Eklat, da man sie ja nicht leiden könne.,. (https://www.welt.de/sport/article155412 ... ipzig.html)

Im Osten kommt die Stimmung gegen RB jedenfalls nicht von ungefähr.

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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Horatio McCallister » 26.09.2016, 09:49

Bin zwar Bayern-Fan, aber Kompliment wie sich der HSV geschlagen hat und umso enttäuschender wie mit Labbadia umgegangen wurde...

Beeindruckend auch wie sich der SVW zurückgemeldet hat.
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon postulatio » 26.09.2016, 10:00

Dienstag BVB-Real in der Champions-League.
Bin gespannt, wie sich die jungen Wilden schlagen werden...

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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Horatio McCallister » 26.09.2016, 10:37

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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon mandarino » 26.09.2016, 13:18

@Brannon
So sieht es aus. Gut zusammengefasst das Ganze.
Obwohl ich nur ne halbe Stunde bis zum Leipziger Stadion bräuchte und ziemlich fußballinteressiert bin, werde ich wohl nur wegen der Gästemannschaften dorthin fahren und um schönen Bundesliga-Fußball dort zu sehen. RB Leipzig als Fußballclub allein ist mir nicht wirklich wichtig und wäre mir das Geld nicht wert.
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Rasenmäher78 » 26.09.2016, 19:30

@Brannon:
ich bestreite ja nicht, dass es Kritikpunkte gibt, noch viel mehr als die von dir Aufgeführten (z. B. ist der Verein eigentlich nur eine Marketingmaschine für RB). Genauso muss man aber die positiven Aspekte sehen (Arbeitsplätze, Profifußball in Leipzig, langfristig evtl. sogar internationale Erfolge...)
Was ich aber eigentlich mit meiner Anmerkung zu RB Leipzig sagen wollte: Die Negativpunkte rechtfertigen in keinster Weise die Gewaltbereitschaft der anderen "Fans" gegenüber Spielern und Anhängern von Leipzig (Morddrohungen, Schrauben und Nägel auf dem Rasen ](*,) ...)
Mit den Attacken gegenüber RB Leipzig hat dieses Anfeinden zwischen Vereinen m.E. einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Als ich früher noch regelmäßig im Stadion war, ging es noch darum, die eigene Mannschaft anzufeuern und tatsächlich auch ein Fußballspiel zu sehen (was waren wir naiv... :wink: ). Heute geht es bei vielen nur noch darum, die lautesten Hasstiraden rauszubrüllen und die Fahnen am längsten zu schwingen...Das Spiel scheint Nebensache zu sein.

Zum Thema Erfolgsfans: ja, natürlich sind die Anhänger von RB Erfolgsfans. Genauso wie viele "Fans" des FCB oder BVB (usw), die in den letzten Jahren dazugekommen sind. Und das findet sich auch in anderen Sportarten wieder.
Aber ehrlich gesagt sind mir diese Leute lieber als die ganzen Chaoten, die sich nur selbst profilieren und andere demütigen.
mandarino hat geschrieben:werde ich wohl nur wegen der Gästemannschaften dorthin fahren und um schönen Bundesliga-Fußball dort zu sehen.

Aber wenigstens hast du jetzt die Möglichkeit, Bundesliga-Fußball zu sehen :D .
postulatio hat geschrieben:Dienstag BVB-Real in der Champions-League.
Bin gespannt, wie sich die jungen Wilden schlagen werden...
Ich bin echt baff, wie gut die Neuzugänge sich bisher präsentiert haben (vor allem die Jungen wie Dembelé und Guerreiro). Hätt ich nicht gedacht.
Bin mal gespannt, wie das weitergeht, wenn alle fit sind, vor allem weil Guerreiro jetzt auch noch offensiv spielt. Dachte, der sei geholt worden, um Schmelzer Druck zu machen.
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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Brannon » 27.09.2016, 05:18

Nur als Disclaimer, ich argumentiere hier eigentlich nur, da RB als gut für die Region dargestellt wird und diese Verallgemeinerung mag ich nicht sonderlich, als Fußballfan aus der "Region". Die positiven Dinge die du aufzählst stimme alle und ich vergesse sie auch nicht, nur sehe ich sie kritischen, denn auf wessen Kosten kommen die?

Schauen wir uns mal typische Argumente an:

RB setzt auf Jugendarbeit und lokale Spieler (galt in niedrigeren Ligen):
Wenn Erfurt ein Kammlott für eine hohe fünfstellige Summe im besten Alter weggekauft wird, passiert das. Kammlott war zu dem Zeitpunkt sehr jung und Identifikationsfigur, für den Preis musste er aber wechseln. Nicht typisch ist dagegen, wenn der Spieler dann eine Liga niedriger wechselt. Erfurt hatte am Ende zwar mehr Geld, aber auch den besten Spieler verloren und arge Probleme den Wechsel zu kompensieren. Die Jugendarbeit sieht eh so aus, das Rangnick festgestellt hat, das alle guten Fußballer in Leipzig durch die Jugendabteilungen gehen sollen und dafür wird viel zu viel Geld eingesetzt, was in dem Alter nicht gesund sein kann und wo selbst Bundesligisten kaum mithalten können. (http://www.spox.com/de/sport/fussball/b ... ektor.html). Zum positiven schadet man halt allen Vereinen in der Region, die vielleicht mit viel Glück einmal ein Jahrhunderttalent bekommen hätte, welches dann aber viel zu früh abgeworben wurden. Besonders schade ist es, da in den neuen Bundesländern wirklich gute Nachwuchsarbeit geleistet wird.

Arbeitsplätze:
Rb schafft Arbeitsplätze, gar keine Frage. Dafür kosten sie vielen Vereinen im Speckgürtel von Leipzig viel Geld und damit auch Arbeitsplätze und Chancen. Halle, ein kleines Team mit neuem Stadion, steigt ein Jahr vor RB in die 3. Liga auf und hat auf einmal das Stadion voll, da die Region nach Profifußball verlangte. Normalerweise hätte man nun die Chance gehabt sich zu etablieren mit guten Ergebnissen und den Zuschauerschnitt zu halten. Passiert regelmäßig mit neuen Stadien und Erfolg. Nur stieg RB so schnell auf, dass der Effekt sich nicht einstellen konnte. Trotz Siegen halbierte sich der Schnitt in kurzer Zeit wieder und die Sponsoreneinnahmen gingen auch merklich zurück. Ohne hätte man vielleicht keine Chance auf die 1. Liga, aber zumindest auf die 2. Liga in in einem Bundesland mit dem geringsten Anteil an Profispielen (Eine Saison mal Halle in den 90igern) gehabt. Aue macht es ja vor, wie man mit wenig Mitteln sich nach oben kämpfen kann.

Profifußball in Leipzig:
Das ist der Hauptgrund, warum ich eigentlich hier argumentiere. Bundesliga ist nett, aber warum auf diesem Weg und außer für Leipzig, bringt das niemanden was. Ich höre es so oft im Fußball, sobald auch nur ein positives Ding im Osten passiert, dann soll die ganze "Region" froh sein. Nur, warum sieht man den "Osten" als eine Region. Als ich das letzte Mal geschaut habe, handelte es sich immer noch um verschiedene Bundesländer, die meistens nichts davon haben, wenn jetzt z.B. in Sachsen Bundesliga gespielt wird.
Ein gutes Beispiel ist die Frauen WM 2011. Magdeburg scheiterte an der Vergabe der Spiele. Kann passieren, aber als Antwort vom DFB erhielt man: "Zudem ist Dresden als ostdeutscher Vertreter bei der WM dabei. " Warum dann Leverkusen und Mönchengladbach mit ihren Stadien kein Problem war, wurde wiederum nicht erklärt.
Wenn man wirklich etwas gutes für die Regionen tun möchte, dann muss man auch allen gleiche Chancen geben. Nationalmannschaftsspiele gibt es im Osten ja auch fast nur in Berlin und Leipzig zu sehen (finde die Quelle der Statistik gerade nicht und hab nur das Bild hier, aber seit der Wiedervereinigung hat Deutschland bis 2014 Osten 7 Länderspiele im Osten, 132 im Westen gehabt davon 1 Spiel in Dresden, 1 Spiel in Rostock, 4 in Leipzig, und 8 Spiele in Berlin. Damit sind 3 Bundesländer/ 2 wenn man Brandenburg und Berlin zusammenzählt nicht abgedeckt und alle haben moderne Stadien). Dagegen gab es in Nürnberg 12, Stuttgart 11, Schalke 10, Dortmund 9 Spiele. Argumentiert wird mit der Größe der Stadien, wobei man bei unbedeutenden Spielen ja genug Probleme hat die voll zu bekommen), was sogar zu einem merklichen Interessenschwund an der Nationalmannschaft im Osten geführt hat (Henk Erik Meier, Kai Reinhart, Mara Konjer, Marcel Leinwather, Deutschland, einig Fußballland? Ost-West-Unterschiede in der Nachfrage nach Nationalmannschaftsspiele http://www.nomos-elibrary.de/10.5771/03 ... 016-heft-2). Bundesliga in Leipzig ist also aus meiner Sicht nur gut für die Stadt und dabei wiederum gut für einen Ort, der schon im allgemeinen Vorteile genießt.


Gewaltbereitschaft.
In dem Punkt hast du recht. Nichts rechtfertigt Gewalt und bestimmt kein Fußballverein. Nur wird die Situation auch extrem aufgebauscht. Ich mag die dunklen Zeiten in den neunzigern erlebt haben und deshalb abgehärtet sein, nur ist meiner Meinung der Fußball heute Meilen von einem Tiefpunkt entfernt. Soweit ich informiert bin, war es auch nie nur friedlich" im Stadion, egal ob in Ost oder West. Da sagen Spiele zwischen Werder und dem HSV andere Dinge und todesfälle sind mir in den letzten Jahren zum Glück auch nicht bekannt (http://www.kreiszeitung.de/werder-breme ... 50874.html). Fußball ist weit aus präsenter, als es noch vor der WM 2006 der Fall war und selbst kleinste Vergehen werden hochgespielt. Ich wurde bei ziviler Ankunft bei Auswärtsspielen auch schon oft genug vor den marodierenden Gästefans gewarnt, die gleich ankommen werden.

Muss ich unbedingt nach einem Pokalerfolg zusammen mit der Mannschaft im Stadioninneren feiern? Nein! Muss ich aber den Verein bestrafen weil es passiert ist? Sehe ich nicht so und genau das ist den Aufsteigern in die dritte Liga nach den Aufstiegsspielen passiert. Alle durften erst einmal 10000 Euro bezahlen und die Fans wurden als Chaoten beschimpft. Und jetzt kommen wir zu RB. Wirkliche vergehen gehören aber meinetwegen auch mit lebenslangem Stadionverbot bestraft. RB mag aber auch die Opferrolle. In Leipzig hat man sich von Anfang an als die Familienalternative, zu all den Vereinen der Stadt und des Umlands positioniert, die ja von rechten unterwandert seien. Passiert nun etwas gegen RB, so kann man dieses Image aufbauen. So hat man sich in der vierten Liga genötigt gefühlt, vor 2000 Fans des Gegners das eigene Maskottchen rumhampeln zu lassen. Natürlich konnte die Person im Kostüm sich was anhören. Aufgrund des Spielverlaufs ist aber zum Glück kein Idiot ausgeflippt,

Oder als Beispiel Karlsruhe. Letztes Jahr überschlugen sich die Geschichten über Ultras, die das Mannschaftshotel von RB stürmten und Rangnick forderte harte Strafen. (http://www.sport1.de/fussball/2-bundesl ... reaktionen). Laut Polizei und Fanprojekt aus Karlsruhe handelte es sich dagegen um 2 KSC Fans die noch am Hoteleingang abgewiesen wurden (http://www.faszination-fankurve.de/inde ... ws_id=9252). Warum hat Rangnick hier also hier übertrieben?

Es gibt also auf jeden Fall Gewalt, sie ist schwachsinnig und leider fühlen sich zu viele Idioten beflügelt etwas zu beweisen, aber teilweise wird aus Mücken im Fall RB auch gerne ein Elefant gemacht. Eine innige Abneigung gegenüber RB verstehe ich aber, auch wenn man diese durch stärkeres Anfeuern des eigenen Teams ausleben sollte. Bis vor zwei Jahren hieß es aus den alten Bundesländern schließlich noch, wir sollen doch froh über RB sein und jetzt sind es die selben Personen, die sich aufregen (Bremen Fans und Selke z.B.).

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Re: Der Fußball-Thread 2016/17

Beitragvon Rasenmäher78 » 27.09.2016, 09:51

Ich geb dir in vielen Punkten recht. RB Leipzig wird natürlich auch immer polarisieren.
Ich finde auch nicht alles gut, was da passiert und dass ich den Begriff "Region" verwendet habe, sollte nicht heißen, dass ich ganz Ostdeutschland als eine Region sehe, die froh sein soll, wenn dort überhaupt ein Verein in die Bundesliga darf. So war das nicht gemeint.

Nur noch kurz zum Thema Gewalt in Stadien:
ich bin in den 90ern auch dauernd in allen Stadien (West-)Deutschlands unterwegs gewesen und sehe das schon so dass inzwischen 1. die Gewaltbereitschaft und 2. die Anzahl der Gewaltbereiten deutlich zugenommen hat. Um die eigene Dummheit noch zu unterstreichen, richten diese Stadionbesucher ihre Aggresion ja nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen die eigene Anhängerschar.
Und dass bei einem Freundschaftsspiel Schrauben und Nägel auf dem Platz verteilt werden, habe ich so auch noch nicht erlebt.

Jetzt lass ich es aber, nicht dass ich noch als Leipzig-Fan angesehen werde. Soweit wird es nämlich nicht kommen :mrgreen: .
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