Zuviel zu konsumieren?

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Simon
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Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Simon » 14.01.2018, 05:41

Wenn ich mich so in letzter Zeit anschaue, frage ich mich, ob mich das Überangebot an Medien zu passiv werden lässt.

Was ich meine: Inzwischen hat man so viele Spiele (ständig kriegt man irgendwo Gratisspiele oder Billigstangebote, Bundles etc., außerdem hat man ja auch seine Sammlung), Filme und Serien (Netflix, Amazon Prime, Youtube…) nur ein paar Fingerbewegungen weit weg, dass man rund um die Uhr, sein Leben lang nur konsumieren könnte.

Ich sage mir immer: Eigentlich könnte ich mal eine eigene Website machen, eigentlich könnte ich mal einen Artikel schreiben, eigentlich könnte ich mich mal an mein eigenes Adventure setzen, eigentlich könnte ich mal diese oder jene App entwickeln… Aber am Ende hänge ich dann doch passiv (oder halbaktiv, wenn man Spielen als solches bezeichnet, meist gewinnt bei mir aber das gänzlich Passive) vor dem Bildschirm, anstatt selbst etwas zu schaffen.

Also im Prinzip wie meine Eltern, die früher von der Tagesschau bis zum Bett vorm Fernseher gehangen haben. ;) Vielleicht ist es einfach eine Entspannung, die man braucht, aber irgendwie stört mich das. Habt ihr euch das auch schonmal gedacht?

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Uncoolman » 14.01.2018, 05:57

100%ig! Seit ich DSL habe - und auch mal Filme online schauen kann - nimmt das immer mehr zu. Ich hoffe, das hat sich mal abgenutzt, sonst muss ich mir selbst eine Internetsperre setzen. ;) Bei Netflix, Twitter und Facebook bin ich nicht - mir reichen auch die Foren zum Austausch ... :)

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Ninas Ex » 14.01.2018, 08:44

Für mich ist es eine ambivalente Angelegenheit, das Netz zu nutzen. Besonders Bildung und Information sind hier so massig vorhanden und die Möglichkeit der Kommunikation mit anderen, dieses Interaktive und das Kennen lernen von anderen Meinungen und Erfahrungen und die Chance zu diskutieren, finde ich die spannendste Seite am Netz.

Das Gefühl, dass es eine Flut von Medienangeboten gibt, habe ich auch. Und es macht ziemlich passiv, das kommt mir auch so vor. Ich denke mir immer öfter, dass ich mir bewusst Grenzen setzen muss. Einfach mal den PC abschalten und nicht im Netz surfen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Weil es kann passieren, dass ich einfach voll hineinkippe. Und dann vergeht der Tag ohne dass ich aktiv Tätigkeiten verrichte.

Ich schaue zb fast keine Filme im Netz. Hin und wieder Videos auf Plattformen. Hauptsächlich aber bewege ich mich in Foren oder auf Social Media und tausche mich mit anderen aus und bilde mich beim Lesen von Texten weiter. Ich muss mir zb auch immer wieder bewusst machen, dass ich viel zu lange im Netz unterwegs bin, obwohl ich doch gerne auch mal wieder ein Buch lesen möchte. Was ich aktiv schon zeitweise mehr mache als früher, ist das Schreiben von Texten.

Ich glaube, eine Balance zu finden, ist wichtig. Das Netz insoweit nutzen, dass du Spass hast und das machst, was dir am Netz gefällt. Aber auch mal mehr daran denken, rauszugehen, ein Buch zu lesen, Freund*innen zu treffen und andere Dinge zu machen.

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon z10 » 14.01.2018, 08:48

Ja, es fehlt die Langeweile. Durch die ständige externe Stimulation verhinderst du, dass auch Stimulation von innen kommt und man kreativ tätig wird. Dadurch, dass es immer etwas zu tun gibt, kommst du nicht an den Punkt zu überlegen, was es interessantes zu tun geben könnte. Es ist eine Falle, in die man schnell tappt durch das Internet. Ich schiebe es auf das Internet, da Medien nur ein Teil des Problems sind. Soziale Netzwerke sind z.B. ähnliche Hamsterräder. Bei mir waren es lange Zeit Spiele, aktuell ist es Crypto.
Einfach mal abschalten ist sicherlich einen Versuch wert - meist ist man mit dem Zeug so stark umgeben, dass man die Gewohnheit nur schwerlich abstreift. Am besten raus in die Welt und kein Handy mitnehmen (oder nur eines ohne Internet), dann gibts zumindest nicht diesen unterbewussten Impuls zu schauen, was es neues gibt :).
ダメダメよ

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Ninas Ex » 14.01.2018, 12:12

Einfach mal abschalten ist sicherlich einen Versuch wert - meist ist man mit dem Zeug so stark umgeben, dass man die Gewohnheit nur schwerlich abstreift. Am besten raus in die Welt und kein Handy mitnehmen (oder nur eines ohne Internet), dann gibts zumindest nicht diesen unterbewussten Impuls zu schauen, was es neues gibt :).
Die gute Fiva hat dazu übrigens ein schönes und poetisches Lied geschrieben :)


Der Nächste bitte
Die Nächste bitte
Ich sitz' in unserem Park, während ich die Zeilen tippe
Fahrt sofort den Rechner runter
Sagt eure Termine ab
Schaltet euer Handy aus
Ab auf's Rad und in die Stadt
Kopf in den Fahrtwind
Hände vom Lenkrad
Jeder zieht das an, was in seiner Kindheit Trend war
Um wirklich cool zu sein, sind wir viel zu alt
Raus in den Sommer, es wird früh genug kalt

Wer weiss schon was passiert
Wenn's wieder Winter wird
Ich werf' mich in die Wellen
Schau' wohin der Wind mich führt
Um dann ohne Plan auf unsrer Insel zu stranden
Ich will einen Sommer lang nur tanzen

https://www.youtube.com/watch?v=eS5p9LeTOWY

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon FireOrange » 14.01.2018, 12:56

Ein strenger Internet-Diätplan ist schon sehr viel wert und wird mir auch zunehmend wichtiger. Einfach weniger häufig Twitter aufrufen, etc. Ansonsten bin ich ja durchaus noch im Vorteil, da ich kein Smartphone besitze (woran ich auch nichts ändern möchte) und unterwegs entsprechend unabhängig bin.

Ich glaube, Filme/Serien sind bei mir das geringste Problem (ich konsumiere ohnehin nur wenige Serien und überwiegend auf ARTE). Netflix kommt mir nicht ins Haus, den Fernseher schalte ich kaum noch ein, allerdings zeichne ich online viel auf. Und Mediatheken bereiten meinem PC in der Regel ohnehin nur Probleme. Ich seh mir Filme lieber in der Originallaufzeit an, nicht im Schneckentempo. Allerdings gucke ich mir gerne Filme auf Youtube an (Netzkino, etc.), die sich manchmal, aber nicht immer als hochwertig entpuppen. :wink: Oder Kurzfilme auf Vimeo. :)
Die Welt der 1st person-Adventures ist auf ungewisse Zeit nicht öffentlich zu erreichen.

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Loma » 14.01.2018, 20:38

Glücklicherweise ist man nicht gezwungen, zu viel zu konsumieren, sondern hat stets die Wahl.

Somit denke ich auch, dass man seine Passivität eigentlich nicht auf das mediale Überangebot abwälzen kann. Das hat eher etwas mit dem eigenen prokrastinierenden inneren Schweinehund zu tun. ;)
(Zumindest hat bei mir das Fehlen eines Fernseher in manchen Bereichen auch nicht für mehr Produktivität gesorgt...)
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Ich spinne, also mal' ich.
Ich male, also denk' ich.

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon westernstar » 14.01.2018, 20:52

Also Bücher lesen klappt bisher dieses Jahr ganz gut, auch wenn ich trotzdem nicht einhalten kann, was ich mir vorgenommen habe. Das hole ich dann momentan am Wochenende wieder auf. Nach der Arbeit bin ich häufig einfach platt und hänge dann auf dem Sofa rum und schaue Serien, der PC bleibt daher mittlerweile oft genug aus, aber ja, das Smartphone ist in der Nähe. Um dem zu entgehen, helfen mir Termine direkt nach der Arbeit (Stall, Freunde treffen, Yoga, ...), am besten gar nicht erst nach Hause kommen. Ansonsten wähle ich Urlaube, bei denen ein Smartphone unwichtig wird, weil z.B. eh kein Empfang da ist (wandern, reiten, Länder in denen die Flat nicht greift). Was mich nervt sind dann Leute die verlangen, dass man ständig erreichbar ist. Ist schließlich mit Sicherheit was passiert, wenn man sich nicht täglich meldet. :roll:
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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon axelkothe » 14.01.2018, 22:25

Ich versuche in letzter Zeit wieder mehr gezielt zu konsumieren, nicht nur vorm Rechner anzuhängen und mich durchs Internet treiben lassen.

Das deutsche Fernsehprogramm ist mir nahezu unbekannt, ich mach den Kasten eigentlich gezielt an um Filme/Serien von BD oder Amazon Prime zu schauen.

Facebook und Twitter ignoriere ich meistens ebenfalls. Schwieriger wird es in Foren (hier und das alte maniac-forum), da verliere ich oft einige Zeit. Und Youtube, wenn ich mich mal treiben lasse von einem Video zum nächsten. Danach fühle ich mich immer so richtig schlecht, wenn ich mir überlege was ich sonst so hätte anschauen/spielen (oder gar arbeiten) können.

Tatsächlich konsumiere ich ja durchaus nicht wenig (43 durchgespielte Titel letztes Jahr plus 300h Rocket League plus 100 Rock Band 4 oder so), aber eben weil ich mich inzwischen mehr fokussiere und die zur Verfügung stehende Freizeit gezielt dafür einsetze. Ich habe dieses Jahr bereits 10 Filme und 9 Serienfolgen gesehen ;)
NEU:Mein eigener YouTube-Kanal: dervideospieler
Now playing: The Wardrobe, Sandra & Woo, Pinstripe (bald), Die Säulen der Erde (bald)
http://www.dervideospieler.de

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Simon » 14.01.2018, 22:28

Die genanten Situationen, dass das Internet einen in seinen Sog zieht, kenne ich zwar auch, aber die waren jetzt nicht der Auslöser für dieses Thema. Bei mir ist die Situation heute so, dass ich täglich nur noch so ein oder zwei Stündchen für mich habe. Und diese verbringe ich eben für meinen Geschmack zu passiv. Mangelnder innerer Antrieb sind sicher ein Faktor, aber ich sehe trotzdem auch eine Ursache in dem Überangebot heutzutage.

Ich glaube, dass es bei mir tatsächlich vor allem die Serien sind. Denn eben da sie jetzt so leicht verfügbar sind, sind sie schon kleine Süchtigmacher. Sofern die Serie nicht totaler Mist ist, bleibt man halt dabei. Es ist weder so wie ein Film, der meist eine tiefere Aussage hat (Serien haben zwar auch bestimmte Aussagen, aber irgendwie werden die doch nur wieder und wieder durchgenudelt, aber man bleibt halt dran, weil man wissen möchte, wie es weitergeht) und eben nach zwei Stunden vorbei ist, noch wie früher, wo man Serien nur häppchenweise serviert bekommen hat. Heute kann man dann halt jeden Abend ein bis vier Episoden am Stück gucken und das über Wochen. Und natürlich hat man dabei eine gute Zeit und bekommt ein paar gedankliche Anregungen. Aber ich glaube irgendwie, dass für mich die negativen Folgen überwiegen.

Natürlich ist man am Ende selbst für sein Handeln verantwortlich und hat die Wahl, aber die "schlechte" Wahl wird einem halt immer leichter gemacht. ;)

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Uncoolman » 14.01.2018, 23:26

Da man als kreativer Mensch heute im Wettstreit mit der ganzen Welt liegt, ist für mich der Frust-Faktor des Internets für das eigene Schaffen eher kontraproduktiv. Es gibt alles tausendfach und millionenfach - und zig Mal besser (das glaube ich zumindest). Je länger ich stöbere (oder es als Recherche betitele), desto weniger Lust habe ich auf Eigenes. Das ist die Resignation vor der erdrückenden Masse.

Zusätzlich zu der Übersättigung in der Qualität ist auch sicher die Quantität noch abstumpfender. Wo ein einzelnes durchschlagendes Ereignis Mut zu einer kreatven Umsetzung macht, zerstören hundert Ereignisse offensichtlich die innere Motivation. Die Ereignisse werden beliebig.

Gleichzeitig führt der Vergleich mit anderen Arbeiten dazu, von den eigenen Vorstellungen abzurücken - die man vielleicht am Anfang seines Projekts hatte -, und Fremdimporte so zu verinnerlichen, dass der eigene rote Faden quasi aufgeribbelt wird. Dasselbe passiert auch mit Erinnerungen, wenn z.B. alte Fotos (die ja als "wahr" eingestuft werden) die eigene Erinnerung überdecken und verbiegen, so dass man nicht mehr dem eigenen Selbst glaubt, sondern den Fotos. Da Erinnerungen (und auch kreative Prozesse) nicht milimetergenau abgespeichert sind, sondern von Emotionen getriggert werden, führt diese Übersättigung zu einer Art "Weißem Rauschen", was Motivation und Kreativität massiv beeinflusst.

Unglücklicherweise erklärt das nicht das Phänomen, DASS es eben so viel gibt. Vielleicht gibt es mindestens zwei Arten von Kreativen: die, die TROTZ Überangebots was machen, und die, die davon erschlagen werden...

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Simon » 15.01.2018, 10:36

Kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Ist mir auch häufig passiert, dass ich eine Idee hatte, die ich eigentlich gut und einzigartig fand, aber kurze Zeit später musste ich feststellen, dass es sowas in der Art doch schon gab. Gleichzeitig finden sich immer auch interessante Aspekte in z.B. Serien, die einen auch weiter inspirieren und so irgendwie verbessern, so dass man vielleicht Fehler vermeidet oder generell auf einem höheren Niveau starten könnte…

Man muss wohl einfach mal in den sauren Apfel beißen und anfangen. Die Schwämme an Indie-Spielen zeigt ja auch, dass es genügend Leute gibt, die das machen. Ohne Übung kein Meister und sich mit Teams bei denen schon ein Aufgabenbereich bereits von Dutzend Profis besetzt ist, kann man sich eh nicht vergleichen…

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Orlando » 08.02.2018, 14:43

z10 hat geschrieben:
14.01.2018, 08:48
Ja, es fehlt die Langeweile. Durch die ständige externe Stimulation verhinderst du, dass auch Stimulation von innen kommt und man kreativ tätig wird. Dadurch, dass es immer etwas zu tun gibt, kommst du nicht an den Punkt zu überlegen, was es interessantes zu tun geben könnte.
Interessant, darüber hatte ich gerade heute morgen einen Artikel gelesen, mit Tipps, wie man sein Gehirn gezielt langweilen kann:
https://www.stern.de/neon/herz/wir-habe ... 5356.html

Prinzipiell geht es mir ähnlich wie Simon, dass ich Schwierigkeiten habe, meine knappe Zeit sinnvoll zu verbringen. Oftmals ist es so, dass meine Interessen, lesen, Computer spielen, fernsehen, Musik machen, etc. miteinander konkurrieren und ich mich dann zu gar nichts aufraffen kann. Meistens läuft es dann tatsächlich auf fernsehen raus, aber zumindest sind wir zuhause komplett vom linearen Fernsehen abgekommen und schauen nur noch Netflix, Amazon, etc, sodass man seine Zeit dann zumindest mit "guten" Serien und Filmen verbringt, statt einfach nur stupide zu schauen, was gerade läuft.

Ich habe mir jetzt allerdings für dieses Jahr vorgenommen, besser Gitarre spielen zu lernen und mir dazu extra einen Gitarrenlehrer genommen. Bisher klappt es auch ganz gut und macht Spaß. Manchmal kommt es nur auf den richtigen Impuls an. :-)
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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon Uncoolman » 08.02.2018, 19:27

Andererseits finde ich das "lineare" Fernsehen ganz gut, um eigene Entscheidungen zu durchdenken. Diese Immer-Verfügbarkeit von Filmen, z.B. auf DVD (ich schaue kein Netflix, außerdem bin ich auch dort abhängig vom verfügbaren Sortiment) lähmt mich eher als das klassische Ankreuzen von Filmen, die man sehen will, in der Programmzeitung.
Durch fehlende Vorauswahl gelangt man im TV vielleicht eher zum gelangweilten Zappen, was aber dazu führt, den Fernseher nach 10 Minuten auszuschalten, wenn es gar nichts Interessantes gibt. Dann hat man eigentlich endlich Zeit für was Eigenes und die sollte man nutzen.

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Re: Zuviel zu konsumieren?

Beitragvon realchris » 09.02.2018, 01:01

Die These, dass es ein Überangebot an Medien gibt, die man sehen oder konsumieren muss, würde ich so nicht unterschreiben.
Es gibt z. B. viele Serien, viel mehr als früher. Jedoch sind nur die allerwenigsten gut. Ich habe mir angewöhnt mich nicht mit Mittelmaß aufzuhalten. Dafür ist das Leben defintiv zu kurz.

Schaue ich mir beispielsweise an, was in diesem Jahr an Serien anläuft, sind es von den vielen 100 Serien nur 3, die ich konsumieren werden und die meine Ansprüche an einer gut genutzten Medienzeit erfüllen. Das liegt auch daran, dass die wenigen aktuellen sehr guten Serien, erst 2019 wieder weiter gehen und sich 2018 Kreativpausen gönnen.

Was Netflix und Co angeht, ist deren Angebot ernüchternd. Drittklassige Filme oder Filme, die man entweder besitzt oder schon 1000x gesehen hat. Arthouse, fehlanzeige. Einzig Sky hat ein niveauvolles Angebot und im Seriensektor die Filetstücke wie Westworld am Start.
Amazon hat bisher nicht eine Serie abgeliefert, die mich vollkommen überzeugt hat. Dasselbe gilt für Netflix. Für mich ist das ein RTL ohne Werbung für Geld. Netflix habe ich im Prinzip nur wegen Fargo & Co.

Um z.B. im Seriensektor sinnvoll unterwegs zu sein, schaue ich keinen Mist oder maximal den Piloten, wenn ich merke das ist mist.
Somit schaue ich Serien meistens am Montag, weil die meisten sehr guten Serien in den USA am Wocheneinde laufen und dann meist Montags in DE zur Verfügung stehen.

Computerspiele spiele ich auch selten. Auch da spiele ich keinen Mist, sondern suche mir die Filetstücke.
Mal mit Genuß ein Spiel wie Layers of Fear. Bei meinem Lieblingsgenre Adventure - und da meine ich das echte Adventure -, kommt ja kaum noch was und trotzdem spiele ich nicht jeden Mist, nur weil es gerade nichts gibt. Es sind somit auc nur 3-4 Spiele pro Jahr und das ist schon hochgegriffen.

Habe auch immer ein Buch am Start. Meist sind es dicke Wälzer, an denen ich mehrere Wochen fein dosiert sitze und wenn ich merke, der Autor kann nicht schreiben, breche ich das Buch ab. Außerdem lese ich auch nicht irgend einen Mist, sondern schau mir an, was Leute, die ich respektiere, davon halten. Somit lese ich etwa 6-10 Bücher im Jahr.

Bei Kinofilmen schau ich mir immer an, was in diesem Jahr anläuft. Die Listen findet man im Netzt. Jeden Januar arbeite ich an einem schönen Nachmittag vollkommen entspannt die vorhandenen Trailer und Texte zu diesen Filmen an und picke mir die Filme raus, die ich auf dem Schirm habe. Ich gehe in der Regel mit etwa 10-15 Filmen, die ich auf meiner Liste habe, in das Jahr.
In diesem Jahr sind es tatsächlich nur 9. Superheldenfilme und platte Blockbuster sortiere ich nämlich sofort aus.
Auch hier interessiere ich mich für die Filetstücke. Ab und zu schaue ich natürlich sowas wie SOLO.

Fernsehen schaue ich überhaupt nicht mehr oder mal Sonntags beim Frühstück ne Hitler- oder RAF-doku oder was über Serienmörder auf ZDFINFO. So wie Tony Soprano :-). True Crime Junkie.

Für Nachrichten nutze ich Google News und die Mediathek. (Heute in 100 Sek.)
Auch mal gerne WDR5 Radio, wenn ich am Computer Arbeite oder einen intelligenten Podcast oder oder ein Hörbuch.

Bei Facebook habe ich mich abgemeldet. Bin weder bei Twitter, Instagramm etc. Allerdings nutze ich Whats-App. Jedoch bin ich ein Erreichbarkeitsverweigerer und habe, besonders während der Arbeit, die Telefone aus. Ja sogar die Türklingel schalte ich dann ab.
Außerdem bin ich in der Bahn oft der einzige, der noch aus dem Fenster schaut. Bon also keim Smombie.

Wenn ich das dann aufs Jahr hochrechne, ist die Mediennutzung mit im Schnitt 2 Stunden am Tag noch recht okay und ich habe noch sehr viel Zeit fürs Fintnesstudio, Fahrradfahren, Skaten und Weggehen. Sitze mindestens einmal am Tag für ne Stunde in nem Cafe, schaue mir die Leite an oder quatsche ne Runde mit Bekannten.

Bis vor 5 Jahren hätte ich vielleicht diese Passivität noch unterschrieben. Aber mit der Mediennutzung lernt man schnell Mist auszusortieren und das richtige Maß zu finden. Ist Altered Carbon wirklich so gut? Ich habe nach 3 Episoden abgebrochen. Ist einfach nicht mein Niveau an Serie. Da warte ich lieber bis April auf Westworld Season 2.

Man muss nicht alles sehen und man kann ach nicht alles sehen. Es gibt 100 Tausende gute Bücher in der Weltgeschichte. Niemand hat die Chance die alle zu lesen. Wenn man diesen Zwang jedoch verspürt, hat man eine Sucht und sollte den Konsum runter fahren.

Und diese Passivität ist definitiv ein Warnsignal. Sowohl des Körpers als auch der Psyche.
Wenn Dich die Nutzung von Medien antriebslos macht, würde ich da radikal etwas ändern. Vielleicht sogar mal schauen, was passiert, wenn Du 2 Monate auf diese Medien verzichtest. Bekommst Du dann ein Unwohlsein oder einen Trieb, jetzt etwas sehen zu müssen, bist Du schon in der Sucht. Da hilft nur knallhartes Aussortieren und feste Zeitbudgets für Medien.

Passivität und Antriebslosigkeit führt mitunter in eine Depression oder ist sogar ein SYmptom dafür.
Meine Top 5 von Spielen, Stand für Januar 2018: 1.) Little Nightmares • 2.) Thimbleweed Park • 3.) The Last Of Us • 4.) Resident Evil 7 • 5.) Outlast 2


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