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Lübbe: Daedalic ist 'nicht zukunftsfähig'

Lübbe: Daedalic ist 'nicht zukunftsfähig'

  • 07.02.2020   |  
  • 10:55   |  
  • Von Sebastian 'basti007' Grünwald    
Lübbe: Daedalic ist 'nicht zukunftsfähig'

Das Kölner Medienhaus Bastei Lübbe bringt ihrer Tochter Daedalic weiterhin wenig Liebe entgegen.

Nach einigen schlecht laufenden Geschäftsjahren rechnet Lübbe auch für das laufende Geschäftsjahr mit Verlusten zwischen rund 6,7 bis 10,5 Millionen Euro vor Steuern. Der vormals versprochene Überschuss bleibt also aus. Und schuld daran sei laut einer Ad-Hoc-Medlung: Daedalic Entertainment.

Wie bereits 2018 ist man mit den Investitionsausgaben von Daedalic-Eigenentwicklungen nicht zufrieden. Damals dürfte es sich um Säulen der Erde gehandelt haben (wir berichteten), diesmal könnte es um das Strategiespiel A Year of Rain gehen. Bei der Community hat die Einstellung des Titels direkt nach dem Early Access für keine gute Publicity gesorgt. Entsprechend hat Lübbe die buchhalterischen Werte von Daedalic und seiner internen Spielentwicklungen um weitere 12 bis 14 Millionen Euro gemindert.

Daedalic stand bei Lübbe nach einer großen Restrukturierung durch einen Austausch des Managements immer wieder mal zur Verkaufsdisposition. Bereits 2018 begann man dort mit der Reduzierung der kompletten Digitalsparte, indem man Beteiligungen an der oolipo AG, BookRix GmbH & Co. KG und der BEAM Shop GmbH veräußerte. Am Ende blieb nur noch das Games-Geschäft, das nun als großes Sorgenkind weiterhin nicht läuft.

Da Lübbe sehr wahrscheinlich auch nicht bereit ist, weiter Geld in seine Tochter zu pumpen, spricht man in der Szene auch schon von einem echten Problem für Daedalics Gollum-Entwicklung. Denn für Lübbe-Vorstand Carel Halff, der nie als Freund der ehemaligen Digitalisierungsstrategie Lübbes war, ist allein die Gamessparte an Lübbes Problem schuld:

"Das Geschäftsmodell unserer 51-prozentigen Finanzbeteiligung erweist sich als nicht zukunftsfähig. Gemeinsam mit dem Minderheitsgesellschafter werden wir daher nun alle Optionen für eine Neupositionierung der Daedalic Entertainment und ihres Geschäftsmodells prüfen (...) Im Gegensatz dazu sind wir mit der Entwicklung unseres Kerngeschäfts, den Büchern, Hörbüchern und Romanheften, sehr zufrieden."

Der 68-jährige Halff kam 2017 zu Lübbe, um das defizitäre Medienhaus zu sanieren. Letztes Jahr kündigte er an, nur noch bis Ende 2020 als CEO von Lübbe tätig zu sein. Auch sein Finanzvorstand, Ulrich Zimmermann, will Lübbe verlassen. Beide sollen ab November von Joachim Herbst ersetzt werden, der von Cornelsen zu Lübbe wechselt.

Kommentare

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Benutzer-Kommentare

State of Mind hat mir gefallen, aber es war mir anfangs etwas fremd, es zu spielen. Eben kein klassisches Adventure, oder eines, dass in das man sich intuitiv reinfinden kann. Wenn man es aber zulässt, ist es sehr schön. Könnte mir vorstellen, dass diese Zeitspanne, bis man sich ins Spiel reinfindet, einige abgeschreckt hat.
Ich habe mir gerade The Suicide of Rachel Foster zugelegt. Bin mal gespannt, wie das ist.
Möwe
  • 21.02.20    
  • 11:21   

State of Mind hat mir gefallen, aber es war mir anfangs etwas fremd, es zu spielen. Eben kein klassisches Adventure, oder eines, dass in das man sich intuitiv reinfinden kann. Wenn man es aber zulässt, ist es sehr schön. Könnte mir vorstellen, dass diese Zeitspanne, bis man sich ins Spiel reinfindet, einige abgeschreckt hat.
Ich habe mir gerade The Suicide of Rachel Foster zugelegt. Bin mal gespannt, wie das ist.

 
Das letzten zwei von mir gekauften Daedalic Spiele waren Die Säulen der Erde und State of Mind. Und beide fand ich absolut klasse, trotz des nicht mehr so ganz typischen adventure gameplays. Ab da erschien kein einziger Titel mehr, der mich auch nur ansatzweise angesprochen hat. Ich finde es ja ok, wenn man sich weiterentwickeln möchte oder etwas verändern möchte, aber wenn man komplett mit dem bricht, was man am besten kann, halte ich das für einen gewaltigen Fehler. Und ich denke, das wird Daedalic momentan auch zu spüren bekommen.
Saltatio
  • 19.02.20    
  • 09:01   

Das letzten zwei von mir gekauften Daedalic Spiele waren Die Säulen der Erde und State of Mind. Und beide fand ich absolut klasse, trotz des nicht mehr so ganz typischen adventure gameplays. Ab da erschien kein einziger Titel mehr, der mich auch nur ansatzweise angesprochen hat. Ich finde es ja ok, wenn man sich weiterentwickeln möchte oder etwas verändern möchte, aber wenn man komplett mit dem bricht, was man am besten kann, halte ich das für einen gewaltigen Fehler. Und ich denke, das wird Daedalic momentan auch zu spüren bekommen.

 
Es war ein großer Fehler sich neu auszurichten. Mit Point & Click Adventures groß geworden und sich einen Namen gemacht...um dann alles wieder einzureißen indem man Strategiespiele und Co. entwicken möchte. Klar hat man Ideen und möchte diese auch verwirklichen mit anderen Marken, auch außerhalb der Spielebranche. Aber dann muss man auch damit rechnen, den Karren gegen die Wand zu fahren. Mir persönlich gefällt nicht ein einziges Spiel mehr vondenen. Ich vermisse solch liebevolle Spiele wie Whispered World, Night of the Rabbid, a new Beginning, Deponia oder auch Edna. Ich habe sie geliebt und Daedalic dafür vergöttert. Nun kommt da rein gar nichts mehr in die Richtung. Als ich die Bilder von Devils Man gesehen habe dachte ich, wow das wird der Hammer! Leider wurde das Spiel ja eingestellt ? ich verstehe nicht warum man trotzdem noch in die Richtung entwickelt hat. Alles für was Daedalic stand, wurde in die Tonne geschmissen nur um sich breiter aufstellen zu wollen. Schade !
Cheat
  • 12.02.20    
  • 17:21   

Es war ein großer Fehler sich neu auszurichten. Mit Point & Click Adventures groß geworden und sich einen Namen gemacht...um dann alles wieder einzureißen indem man Strategiespiele und Co. entwicken möchte. Klar hat man Ideen und möchte diese auch verwirklichen mit anderen Marken, auch außerhalb der Spielebranche. Aber dann muss man auch damit rechnen, den Karren gegen die Wand zu fahren. Mir persönlich gefällt nicht ein einziges Spiel mehr vondenen. Ich vermisse solch liebevolle Spiele wie Whispered World, Night of the Rabbid, a new Beginning, Deponia oder auch Edna. Ich habe sie geliebt und Daedalic dafür vergöttert. Nun kommt da rein gar nichts mehr in die Richtung. Als ich die Bilder von Devils Man gesehen habe dachte ich, wow das wird der Hammer! Leider wurde das Spiel ja eingestellt ? ich verstehe nicht warum man trotzdem noch in die Richtung entwickelt hat. Alles für was Daedalic stand, wurde in die Tonne geschmissen nur um sich breiter aufstellen zu wollen. Schade !

 
Welch große Überraschung. Schade für die Angestellten, hoffe, man findet einen Weg, wie's weiter geht. Shadow Tactics kam auch über die, oder? War eines der besten Spiele des Jahres, weiß aber nicht, wie's Verkaufszahlenmäßig aussah.

Ansonsten ... ich hätte es ja gerade in Verbindung mit Lübbe klasse gefunden, mehr Games in Richtung interaktive Narration/digitale Literatur zu sehen. Aber so allgemein schien nichts weiter zu kommen.
Adven
  • 08.02.20    
  • 22:00   

Welch große Überraschung. Schade für die Angestellten, hoffe, man findet einen Weg, wie's weiter geht. Shadow Tactics kam auch über die, oder? War eines der besten Spiele des Jahres, weiß aber nicht, wie's Verkaufszahlenmäßig aussah.

Ansonsten ... ich hätte es ja gerade in Verbindung mit Lübbe klasse gefunden, mehr Games in Richtung interaktive Narration/digitale Literatur zu sehen. Aber so allgemein schien nichts weiter zu kommen.

 
Das klingt gar nicht gut. Ich hatte auch noch nie etwas von 'A Year of Rain' gehört, sieht aus als hätte es ein netter StarCraft/Warcraft Klon werden können.
Nor Treblig
  • 08.02.20    
  • 16:30   

Das klingt gar nicht gut. Ich hatte auch noch nie etwas von 'A Year of Rain' gehört, sieht aus als hätte es ein netter StarCraft/Warcraft Klon werden können.

 
 
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